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Das Beste lesen mit F+ : Kampf eines Ischgl-Rückkehrers und Kampagne gegen Drosten

Lag im Koma: Der 52 Jahre alte Sebastian Vogl hatte sich im März 2020 in Ischgl im Skiurlaub mit Sars-CoV-2 infiziert. Bild: Klaus Krischock

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          Liebe Leserin, lieber Leser, diese Geschichte sollten alle lesen, die glauben, die Regeln zur Bekämpfung der weiteren Verbreitung des Corona-Virus seien Unfug. Unsere Kollegin Karin Truscheit hat aufgeschrieben, wie es einem Mann ergangen ist, der sich in Ischgl mit dem Coronavirus infiziert hatte und anschließend lange im Koma lag. Unsere Autorin hat mit ihm gesprochen – und mit den Menschen, denen er sein Leben verdankt. Dass sein Skiurlaub in Ischgl diese Konsequenzen haben würde, hätte Vogl, 52 Jahre alt, leidenschaftlicher Skifahrer ohne Vorerkrankungen, nie gedacht. Vom 7. bis zum 10. März war er in dem inzwischen als Corona-Hotspot berüchtigten Skiort. Danach ging er noch zwei Tage arbeiten, er ist Geschäftsführer eines Betriebs für Haustechnik. Und noch am 22. März, nur einen Tag bevor er mit blau verfärbten Lippen und einer Sauerstoffsättigung von 55 – normal ist 95 – auf die Intensivstation kam, fühlte er sich „schon wieder deutlich besser“. Bei Vogl kamen dann schnell schwere Begleiterscheinungen von Covid-19 hinzu: Embolien in den Hals-, Arm- und Beinvenen. Und eine Lungenembolie. Ein Blutgerinnsel, ein Thrombus, hatte sich über die Venen in seiner Lunge festgesetzt. Die Folge: Das Herz schaffte es nicht mehr, genügend Blutvolumen durch die Lunge zu pumpen, es kam zu einem „Rechtsherzversagen“. Vogl geriet in akute Lebensgefahr und musste an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden. Beim Lesen erfahren Sie nicht nur, wie es dann weiterging, sondern auch, was die Ärzte inzwischen dazugelernt haben, wenn ein Corona-Patient zu ihnen kommt. Vogl hat es geschafft. Auf was er sich jetzt freut? „Ganz vielleicht nächstes Jahr schon wieder Ski fahren zu können.“

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          Angesichts solcher Berichte fragt man sich erst recht, warum es nötig ist, dass die „Bild“-Zeitung eine Kampagne gegen den Virologen Christian Drosten fährt. Aus der Sicht unseres Kollegen Michael Hanfeld legt sie allem eines offen: das Desinteresse vieler an den Fakten für eine angemessene Pandemie-Politik. Und der Einstieg in Hanfelds Stück dazu liest sich wie ein Krimi: „Sehr geehrter Herr. Dr. Drosten“, hieß es in der Mail vom 25. Mai, 15 Uhr, „wir berichten über die Kritik mehrerer Wissenschaftler an Ihrer Studie über die Viruskonzentration bei verschiedenen Altersgruppen. Dazu bitte ich Sie um eine kurzfristige Stellungnahme bis heute um 16 Uhr.“ Reagieren sollte Drosten, Leiter des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, auf Vorhaltungen von vier Wissenschaftlern, die – scheinbar – Methode und Gültigkeit seiner Studie zur Belastung von Kindern mit dem Covid-19-Virus kritisierten. Zweifel an der statistischen Aussagekraft, zu wenig untersuchte Kinder und eine angeblich um 67 bis 85 Prozent niedrigere Viruslast von Kindern gegenüber Erwachsenen werden in der Mail angeführt. Drosten beantwortete die kurzfristige Anfrage der „Bild“-Zeitung nicht. Stattdessen veröffentlichte er sie auf Twitter mit dem Hinweis: „Interessant: die #Bild plant eine tendenziöse Berichterstattung über unsere Vorpublikation zu Viruslasten und bemüht dabei Zitatfetzen von Wissenschaftlern ohne Zusammenhang. Ich soll innerhalb von einer Stunde Stellung nehmen. Ich habe Besseres zu tun.“ Wie der Krimi weiterging, lesen Sie hier.

          Und dann darf auch in dieser wöchentlichen Übersicht über die besten F+Texte natürlich die Beratung durch unseren Finanzfachmann Volker Looman nicht fehlen. Er weist abermals darauf hin, dass es bei Abschlüssen von Geldanlagen, Krediten und Versicherungen oft an der Einsicht hapert, welche Verträge notwendig oder überflüssig sind. Gedanken an die Altersvorsorge taugen nicht, wenn das finanzielle Gerüst im Hier und Jetzt nicht passt, findet Looman – und hat dabei auch einige Tipps rund um die Eigenheimfinanzierung parat: Ein Leben im Eigenheim ist möglich, aber fragwürdig, wenn das Haus in finanzieller Hinsicht an der Abrisskante steht.

          Ich wünsche Ihnen frohe Pfingstfeiertage, danke herzlich für Ihr Interesse an F+, Ihrem Zugang zu FAZ.NET komplett – und freue mich auf die nächste Woche und die neuen Stücke der Kolleginnen und Kollegen.

          Viele Grüße

          Ihr Carsten Knop
          Herausgeber
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

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