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Das Beste lesen mit F+ : Impfscheue Pflegekräfte und weltfremde Aktivisten

Pflegekräfte in der Ausbildung: In der Gesundheitskrise kommt es auf das medizinische Personal an. (Symbolbild) Bild: dpa

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          Liebe Leserin, lieber Leser, im neuen Jahr ist schon wieder viel passiert; schön wäre es, müsste man nicht über die Erstürmung des Kapitols in der amerikanischen Hauptstadt berichten, über die Debatte über die richtige Impfstrategie in Deutschland oder die neuesten Lockdown-Maßnahmen. Aber die Welt ist so, wie sie ist, und wir berichten darüber, mit unseren Korrespondenten an Ort und Stelle sowie mit unserer Redaktion hier in Frankfurt. Eine Übersicht über alle besonderen F+Stücke zu diesen und anderen Themen finden Sie wie immer hier. Ich danke auch in diesem Jahr für die Gelegenheit, Ihnen Stücke, die Ihnen und mir besonders aufgefallen sind, in diesem Newsletter vorstellen zu dürfen – und wünsche Ihnen für 2021 Gesundheit und alles erdenklich Gute.

          Am 20. Januar wird Präsident Donald Trump in Amerika Geschichte sein, aber die Corona-Pandemie wird die Welt weiter in Atem halten. Die Infektiologin Susanne Herold geht davon aus, dass die Zahl der Corona-Kranken, die beatmet werden müssen, weiter steigen wird. Im Gespräch mit unserem Kollegen Thorsten Winter hat sie die Gründe erläutert. Herold leitet den Schwerpunkt Infektiologie am Uni-Klinikum Gießen und Marburg. Sie hat seit 2018 die Professur für Infektionskrankheiten der Lunge inne. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Coronaviren.

          Auf den Intensivstationen des Uni-Klinikums in Gießen sei die Lage schon jetzt dramatisch, sagt sie. Und fährt fort: „Bisher haben wir keine wesentliche Entlastung seit dem neuerlichen Lockdown. Insofern sind auch die am Dienstag verkündeten Beschlüsse einschließlich der verschärften Vorgaben etwa zum Aktionsradius in Kreisen und Großstädten mit besonders hohen Inzidenzwerten über 200 – wie hier im Kreis Gießen – wichtig. Solche Maßnahmen sollen primär größere Menschenansammlungen bei Freizeitaktivitäten verhindern, wie zuletzt in den innerdeutschen Skigebieten.“ Es ist ein Appell, das Verhalten der Lage anzupassen. Ohne, dass alle mitmachen, wir das nicht funktionieren.

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          Allerdings läuft auch die Impfkampagne gegen das Coronavirus in Deutschland nur schleppend an. Ausgerechnet Heim- und Klinikmitarbeiter halten sich bisher zurück. Britta Beeger und Julia Löhr aus unserer Wirtschaftsredaktion haben nach den Gründen dafür gesucht. Wer sich in einzelnen Häusern umhört, bekommt den Eindruck, dass die Gründe ähnliche sind wie im Rest der Bevölkerung: Unsicherheit und Skepsis über Nebenwirkungen und Langzeitfolgen des Impfstoffs. „Wir haben es mit einer ganz neuen Krankheit zu tun, und der Impfstoff wurde sehr schnell entwickelt“, sagt Gundula Werner, Vorstandsvorsitzende der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen und zugleich Geschäftsführerin des Klinikums Altenburger Land. Die Impfbereitschaft sei in den Krankenhäusern unterschiedlich hoch, sagt sie. In ihrem Haus betrage sie aktuell rund 50 Prozent, wobei sich Ärzte überdurchschnittlich oft impfen ließen. „Viele wollen einfach nicht die Ersten sein, das Versuchskaninchen. Das Ziel ist aber natürlich schon, dass möglichst viele Mitarbeiter sich impfen lassen.“ Es muss alles getan werden, damit diese ohnehin schon überbelasteten und überdurchschnittlich Gefährdeten ihre Angst verlieren.

          Zuletzt habe ich noch ein weiteres, höchst lesenswertes Stück auf meiner Vorschlagsliste: Es geht um einen begeisterten Mitstreiter der Klimabewegung, der zu einem scharfen Kritiker geworden ist. Der Mainzer Student Clemens Traub hat mit Matthias Trautsch über urbane Arroganz, den A-49-Protest und seine Partei gesprochen, die SPD. Aufgewachsen in einem Ort in der Südpfalz, ist Traub zum Studium der Politikwissenschaft nach Mainz gekommen. Anfang 2019, als die von Greta Thunberg angestoßene Fridays-for-Future-Bewegung auch in Deutschland Fahrt aufnahm, schloss sich Traub den demonstrierenden Schülern und Studenten an. Doch mit dem Erfolg der Bewegung wuchsen in ihm die Zweifel an ihr: „Ich habe neue Einsichten bekommen, als ich wieder in meine Heimat gefahren bin. Ich komme aus einem kleinen pfälzischen Dorf mit gerade einmal 2000 Einwohnern. Bei meinen Besuchen zu Hause habe ich gemerkt, dass Fridays for Future dort gar keine Rolle spielt. Es war, als ob wir auf unterschiedlichen Planeten unterwegs seien. Meine alten Freunde haben gesagt: Das ist doch eine Sache von großstädtischen, privilegierten Leuten. Von Leuten, die auf Menschen aus anderen Milieus herunterschauen, die unsere Sorgen überhaupt nicht wahrnehmen.“

          Nachrichtenstark dürfen die kommenden Wochen und Monate gerne bleiben. Wir sind für Sie da. Aber hoffen wir, dass ein paar mehr erfreuliche Nachrichten auf uns alle zukommen. Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu Ihrem F+Zugang zu FAZ.NET komplett haben, schreiben Sie mir gerne: c.knop@faz.de.

          Viele Grüße aus der Redaktion,

          Ihr Carsten Knop
          Herausgeber
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

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