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Das Beste lesen mit F+ : Gefährlicher Dauerstress und Tücken der Beatmung

Stressforscher Adli: „ In so einem emotionalen Erlebensmuster können wir nicht glauben, dass es je ein Leben außerhalb dieses Musters gegeben hat oder wieder geben kann.“ Bild: Karsten Thielker

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          Liebe Leserin, lieber Leser, Stress an sich ist eigentlich nichts Gefährliches, im Gegenteil: Er macht uns anpassungsfähig. Aber: Stress wird zu einer Gefahr für unsere Psyche, wenn er länger dauert oder sogar chronisch wird, wenn also eine Belastung ohne Aussicht auf Entlastung vorherrscht. In dieser Situation befinden wir uns gerade. Wenn der Stress dazu noch als unkontrollierbar empfunden wird, kann er pathogen werden, also unserer Gesundheit schaden. Die Menschen fühlen sich ausgeliefert. Sie haben das Gefühl, ihre Situation durch nichts richtig beeinflussen oder verbessern zu können.“ Das sind keine Worte von mir, sondern von Stressforscher Mazda Adli, der in einem lesenswerten Interview mit unserer Autorin Inge Kloepfer über unsere neuen Ängste, die Besinnung auf alte Freundschaften und das Ende der Isolation gesprochen hat.

          Noch eine Kostprobe gefällig? „Dauerstress, so wie wir ihn im Moment erleben, versetzt uns in einen emotional aktivierten Zustand. Wir fahren alle Antennen aus und nehmen vor allem die Dinge wahr, die den Stress verursachen. Daraus erwächst Angst, die durch zwei Faktoren getrieben wird: Erstens haben wir es mit einer schwer zu quantifizierenden Gefahr zu tun, das heißt, das Gefahrenpotential des Virus ist für den Einzelnen immer noch schwer zu greifen. Wir verfolgen zwar täglich die Statistiken des Robert-Koch-Instituts, doch sind diese kaum in eine persönliche Gefahrenlage zu übersetzen. Dazu kommt als zweiter Faktor die enorme Präsenz des Themas. Das lässt die Angst auch noch mal steigen. Alle anderen Themen, so es sie denn noch in der Berichterstattung gibt, sind auf die Krise bezogen. Darüber hinaus ist es eine Besonderheit von Angst, dass sie sich rasend schnell ausbreitet: Angst ist eine hochansteckende Emotion. Verstärkt wird sie noch durch die existentielle Unsicherheit, die viele Menschen gerade betrifft.“ Erkennen Sie Parallelen zu Ihrer eigenen Erfahrungswelt? Dann lesen Sie gerne hier weiter.

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          Empfehlen möchte ich Ihnen heute noch ein zweites Interview, in diesem Fall ein Gespräch, das Rüdiger Soldt, unser politischer Korrespondent in Baden-Württemberg, mit dem Vorsitzenden des Verbandes pneumologischer Kliniken und Chefarzt einer Lungenklinik, Thomas Voshaar, geführt hat. Spannend ist dabei vor allem, wie offen Voshar damit umgeht, was Ärzte rund um das Coronavirus noch nicht wissen. Gleichwohl sei das Engagement von Virologen und Epidemiologen notwendig und gut. „Wenn wir bald wüssten, wie viele Mutationen es vom Virus Sars-CoV-2 gibt, wäre das eine große Hilfe. Aber die eigentliche Erkrankung und ihre Behandlung ist die Domäne der Lungenärzte, nicht der Anästhesisten und Intensivmediziner. Pneumologen beschäftigen sich jeden Tag mit viralen und bakteriellen Lungenentzündungen. Es gibt kein Medikament gegen Covid-19, deshalb kommt es auf die klinische Erfahrung der Pneumologen an. Das ist von Öffentlichkeit und Politik noch unzureichend registriert worden“, findet Voshar. Interessant: In seiner Klinik in Moers macht er bei allen Patienten schon bei Aufnahme eine Computertomographie (CT) der Lunge.  Warum? „Das CT ist bei diesen schweren Fällen das entscheidende diagnostische Mittel, weit zuverlässiger als der Corona-Test. Wir mussten feststellen, dass es viele falsch-negative Tests gibt.“ Abermals spannender Leserstoff, selbstverständlich inklusive in Ihrem F+Zugang zu FAZ.NET komplett.

          Nun wird die Coronavirus-Pandemie irgendwann vorüber sein, und dann treten die ganzen normalen Risiken wieder in den Vordergrund, um die man sich so oder so kümmern muss. Allerdings fehlt vielen Menschen auch da der rechte Überblick. In solchen Fällen ist es immer gut, dass es unseren Finanzfachmann Volker Looman gibt. Er schreibt, dass vor allem drei Arten von Versicherungen wichtig seien, was er am Beispiel einer Doppelverdiener-Familie zeigt. Gerade Ehepartner müssen sich dabei heiklen Fragen stellen. Grundsätzlich gilt, dass man sich aus Loomans Sicht um eine Privathaftpflicht-Versicherung, die Absicherung bei Berufsunfähigkeit und die Versorgung der Hinterbliebenen kümmern muss. Warum das so ist, was man dabei beachten muss, um warum andere Versicherungen optional sind, erfahren Sie hier.

          Kommen Sie gut über die Osterfeiertage.

          Ihr Carsten Knop
          Herausgeber
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

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