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Das Beste lesen mit F+ : Ein Volk von Hobby-Epidemiologen?

Was bringen Kontaktbeschränkungen? Spaziergänger teilen sich das Tempelhofer Feld mit der Berliner Polizei. Bild: dpa

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          Liebe Leserin, lieber Leser, wie kann das Land wieder „aufmachen“, ohne den Erfolg aufs Spiel zu setzen? Vor dieser Frage steht Deutschland nicht allein. Auf der ganzen Welt versuchen Wissenschaftler mit epidemiologischen Modellen, Szenarien für die Zeit nach der ersten großen Infektionswelle aufzuzeigen, der Politik also Entscheidungshilfen für die kommenden Wochen und Monate an die Hand zu geben. Klar ist: Das endgültige Ziel muss sein, Immunität gegen Covid-19 bei einem großen Teil der Bevölkerung zu erreichen. Im besten Fall wird dies bald durch Impfungen möglich sein. Was aber passiert bis dahin? Und was könnte man tun, wenn selbst im nächsten Jahr noch kein Impfstoff zur Verfügung stünde?

          Mit diesen Themen hat sich unsere Wissenschafts-Redakteurin Sibylle Anderl befasst. Und wir erfahren: Es gibt rund um Corona nach wie vor viel mehr Fragen als Antworten. Sicher ist: Wenn die Ansteckung zu einem großen Teil durch Infizierte ohne Symptome geschieht, muss die Verfolgung der Kontakte von positiv getesteten Infizierten schnell sein, da infizierte Kontakte zu diesem Zeitpunkt schon ansteckend sind. Die dafür notwendige Schnelligkeit ist nur digital per App erreichbar. Doch auch darüber gab es in der zu Ende gehenden Woche Streit, wie unter anderem in diesem Interview mit dem Frankfurter Unternehmer und Datenfachmann Chris Boos nachzulesen ist.

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          Sicher ist auch: Covid-19, die vom Pandemievirus ausgelöste Krankheit, war anfangs als Lungenleiden aufgefasst worden. Inzwischen kämpfen Mediziner an vielen Fronten im Körper. Hildegard Kaulen und Nicola von Lutterotti haben zusammengetragen, was es noch zu beachten gibt: Bis zu 50 Prozent und damit auffallend viele Personen, die wegen Covid-19 im Krankenhaus versorgt werden müssen, weisen Erkrankungen des Herzens oder auch der Gefäße auf. Bei diesen Patienten nimmt die Infektion zudem oft einen schweren Verlauf. Fast ein Drittel derer, die dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 zum Opfer fallen, sterben an kardiovaskulären Komplikationen, nicht an Komplikationen mit der Beatmung.

          Und: Die Zahl der Personen, die wegen einer akuten Herzattacke den Notarzt rufen, hat seit Beginn der Pandemie stark abgenommen. Es gibt Hinweise, dass die Betroffenen die Hospitäler meiden – aus Angst, sie würden sich dort mit dem neuartigen Coronavirus anstecken oder nicht gut behandelt werden. Zu den Gründen für die oft tödlichen Herzschäden bei Covid-19-Erkrankten zählt auch, dass ein krankes oder unter erhöhtem Druck stehendes Herz die infektionsbedingte Mehrbelastung sehr viel weniger gut verkraftet als ein gesundes. Die Überlebenschancen waren bei Covid-19 bisher übrigens höher, wenn die Kranken nicht mechanisch beatmet werden mussten. Womit wir schon wieder bei dem sind, was unsicher ist: Ärzte und Wissenschaftler sind derzeit mit einer ungeheuren Flut an Informationen konfrontiert. Oft sind es reine Beobachtungen, die ohne entsprechende Kontrollen gemacht worden sind. Solche Daten würden normalerweise nicht den strengen Regeln des Peer-Review-Prozesses der Fachzeitschriften genügen, aber angesichts der Corona-Krise wollen Wissenschaftler und Ärzte so viele Informationen wie möglich miteinander teilen.

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          Kommen wir zu einer mit Corona nur indirekt verbundenen Frage: Sie haben vor Jahren eine Immobilie erworben, die jetzt deutlich mehr wert ist, als Sie sich je hätten erträumen lassen? Unser Finanzanalytiker Volker Looman rät – ja, ausgerechnet jetzt – sich von ihr zu trennen. Und, vielleicht noch besser, er hat auch ein paar Tipps, was man in dieser Situation mit dem Geld machen sollte, die Sie alle hier finden.

          Viele Grüße, nein, nicht aus dem Home-Office, sondern aus der Redaktion, in der seit einigen Wochen in jedem Ressort jeweils nur eine Handvoll Kollegen vor sich hin werkeln. Ich vermisse die anderen, aber ich freue mich mit Ihnen, wenigstens von ihnen zu lesen. Haben Sie Fragen oder Anregungen zu F+? Dann schreiben Sie mir an c.knop@faz.de,

          Ihr Carsten Knop
          Herausgeber
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

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