https://www.faz.net/-ilt-9qdx0

Das Beste lesen mit F+ : Der Bootsmann der Mafia und ein Middelhoff voller Scham

Bild: Carlos Bafile

Mit unserer Online-Flatrate F+ lesen Sie jeden Monat mehr als 500 exklusive Beiträge auf FAZ.NET, für 2,95 Euro in der Woche. Zum Beispiel diese beliebtesten Artikel der Woche.

          Liebe Leserin, lieber Leser,

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          in dieser Woche war ich besonders stolz auf die Kollegen, vielleicht auch ein wenig neidisch darauf, dass sie so tolle Geschichten geschrieben haben, ganz bestimmt aber froh darüber, dass wir eine Plattform für Texte sind, über die die Menschen reden, die journalistisch gut gemacht sind – und die zeigen, was in unserer Redaktion steckt. Haben Sie diese Passagen aus den Texten, die ich meine, gelesen? Hier ein paar Kostproben: „Als Gianfranco Franciosi dämmerte, dass er die Kontrolle über sein Leben verlor, hatte es sich schon so sehr beschleunigt, dass jeder Fehler tödlich sein konnte. Er stand am Steuer einer Albatro Tender 50, einer Luxusyacht, die er selbst aufgemotzt hatte, angetrieben von drei Motoren à 470 PS und mit Stauraum für drei Tonnen Kokain. Er flog nach Venezuela, für Partys, auf denen Prostituierte Schichtdienst schoben, und um dort ins Geschäft eingewiesen zu werden. Er hatte das Vertrauen des spanischen Drogenbosses. Und das Vertrauen der italienischen Antimafiastaatsanwaltschaft. … Gianni, der Mechaniker.“ Und hinein geht es in die spannendste Mafia-Geschichte, die man seit langem lesen konnte.

          An anderer Stelle, in einem anderen Stück, in einem Interview mit einem mit Pauken und Trompeten gescheiterten Vorstandschef, heißt es: „Was waren Ihre größten Luxusgüter? Es waren die Häuser, die eine beachtliche Größe hatten: in Bielefeld drei, eins für die Familie, eins für die Eltern, eins als Bürohaus, jedes mit über 1000 Quadratmeter Wohnfläche. Dazu das sagenumwobene Haus in St. Tropez, das hatte auch ungefähr 1000 Quadratmeter Wohnfläche. Und das Grundstück dort? Das ging an 100 000 Quadratmeter heran, was für St. Tropez schon ein Hammer ist. Das Schiff war eine 108 Fuß Motoryacht. Alles ein bisschen kleiner hätte ja auch gereicht. Das war ganz klar eine Fehlentwicklung.“ Oh ja, und die übrigen Antworten sind nicht weniger bemerkenswert.

          Solche Sorgen haben zum Glück nicht viele, andere müssen sich mit wirklich existenziellen Problemen beschäftigen: „Drei Versuche, dann ist Schluss. Darauf hatten sie sich vorher geeinigt. ,Wir wollten von Anfang an Kinder haben‘, ... Doch das mit der Schwangerschaft klappte nicht, man probierte es mit künstlicher Befruchtung … Aber auch hier blieb die freudige Nachricht aus: Beim dritten Mal wurde die Frau wieder schwanger, verlor den Embryo aber in der sechsten Woche – genau an dem Tag, an dem ihre Schwägerin ein Kind zur Welt brachte.“ Wie soll man mit einer solchen Situation umgehen, kann die Beratung besser werden? Solche und andere Fragen werden in dem Text beantwortet.

          Wieder andere hadern lange mit der Frage, ob man ein Kind wirklich wollen soll: „Samstagabend in Köln, eine Freundin aus der Heimat wird 30, das werden wir gerade alle. Die Party ist groß, die Stimmung ausgelassen, 30 sein ist schön: ... Und was machen wir alle so? Hauptsächlich: arbeiten. Und: uns nach Sinnhaftigkeit sehnen. Allesamt. ... Aber Kinder kriegen, um die Lücke zu füllen? Kommt für keine von uns, die wir uns an diesem Abend wiedertreffen und Cocktails schlürfen, gerade in Frage.“ Es folgt eine ausführliche Analyse der Situation von jungen Paaren in diesem Alter, und ganz offensichtlich sind die Beispiele, die unsere Autorin gefunden hat, keine Einzelfälle.

          Die erste Passage stammt aus einem Stück meines Kollegen David Klaubert, aufbereitet in einem tollen Storytelling unserer Multimediaredaktion.

          Die Antworten des gescheiterten Managers sind einem Gespräch mit Thomas Middelhoff entnommen, das Rainer Schmidt, der verantwortliche Redakteur des Frankfurter Allgemeine Quarterly, geführt hat.

          Und in den anderen beiden Texten der Autorinnen Carla König und Johanna Dürrholz geht es um den Kinderwunsch, den unerfüllten, aber auch den gar nicht erst gehegten.

          Über alle vier Texte haben Leserinnen und Leser in dieser Woche intensiv – auch mit uns – diskutiert. Sie haben zum Nachdenken angeregt, man war gleichsam mit dabei; es sind Leseempfehlungen im besten Sinne des Wortes, für Sie inklusive in Ihrem F+Zugang zu FAZ.NET komplett.

          Viel Spaß beim Entdecken dieser Werke und Ihnen ein schönes Wochenende. Schreiben Sie mir gerne mit Fragen und Anregungen zu F+. Übrigens: Falls Sie weitere F+Stücke lesen möchten, finden Sie alle Texte auf dieser Seite.

          Viele Grüße

          Ihr Carsten Knop
          Chefredakteur Digitale Produkte
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

          FAZ.NET komplett

          Zugang zu allen exklusiven F+Artikeln und somit zur ganzen Vielfalt von FAZ.NET – für nur 2,95 Euro pro Woche

          Mehr erfahren

          Topmeldungen

          An der Seite von Olaf Scholz: Die Brandenburger SPD-Politikerin Klara Geywitz bewirbt sich mit dem Finanzminister um den SPD-Vorsitz.

          Kritik an Geywitz : SPD-Harmonie mit Rissen

          Mit der ungewohnten Einigkeit, die die SPD derzeit ausstrahlt, ist es schon wieder vorbei. Kandidatin Geywitz wird heftig kritisiert. Getroffen werden soll aber eigentlich ein anderer.
          Günter Kunert (1929 - 2019).

          Im Alter von 90 Jahren : Dichter Günter Kunert gestorben

          Seine Familie wurde in der NS-Zeit verfolgt, zahlreiche Angehörige wurden ermordet. In DDR war er ein politischer Dissident. Geschrieben und gedacht hat er im Geiste Heinrich Heines. Nun ist der Dichter Günter Kunert im Alter von neunzig Jahren gerstorben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.