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Das Beste lesen mit F+ : Niederländischer Drogenkrieg und norwegischer Reichtum

Blumen, die Menschen in Gedenken an den bekannten niederländischen Journalisten Peter R. de Vries am 8. Juli 2021 in Amsterdam niederlegten. Dort, wo de Vries kurz davor angeschossen wurde. Bild: AP

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          2 Min.

          Liebe Leserin, lieber Leser,

          Carsten Knop
          Herausgeber.

          in meiner alten Studenten-WG in Münster habe ich mich mit meinen Mitbewohnern nicht so richtig gut verstanden. Man hat auf eine gewisse Art koexistiert. Unsere Welten lagen so weit auseinander, dass man es schon wieder irgendwie aushalten konnte. Jedenfalls war mir über viele Jahre hinweg nicht klar, warum es in der Etage oft süßlich roch. Ich habe es immer nur unterschwellig wahrgenommen, weil der Ärger darüber, dass das Bad in einem fragwürdigen Zustand war, viele andere Gedanken überdeckte. Nun gut. Inzwischen weiß ich, süßlich-ranzig, das ist nicht der typische Münsteraner-WG-Badezimmergeruch, sondern der Duft von Amsterdam. Dort hat Thomas Gutschker, unser politischer Korrespondenten für die Europäische Union und die Benelux-Länder, seine Nase in den Wind gehalten. Nach letzter Zählung waren es 166 Lokale, in die man nicht zum Kaffeetrinken geht, sondern um einen Joint zu rauchen oder sich ein Tütchen Haschisch zu kaufen. Viele Niederländer betrachten das als Bürgerrecht und Ausdruck ihrer Freiheit. Touristen fühlen sich davon magisch angezogen. Die Lokale vermarkten Hippie-Folklore, sie sind sichtbarer Ausdruck der liberalsten Drogenpolitik in Europa. Doch diese Idylle ist brüchig geworden.

          Denn in den vergangenen zwanzig Jahren sind die Niederlande zum wichtigsten Umschlagplatz von harten Drogen in Europa und zur größten Produktionsstätte von synthetischen Drogen weltweit geworden. Seit Jahren führen Banden gegeneinander Krieg, wie man das sonst nur aus Mexiko oder Kolumbien kennt: mit Sturmgewehren, Handgranaten und Panzerfäusten. Gerade laufen zwei Prozesse wegen Auftragsmorden. In einem davon geht es um fünf Morde in nur acht Monaten. Im Juli traf es Peter R. de Vries, einen der bekanntesten Journalisten des Landes – erschossen am helllichten Tag, auf offener Straße, mitten in Amsterdam. Ist das bloß Zufall?

          Wie schön ist es doch manchmal, jung und naiv zu sein. Andererseits ist man auch in höherem Alter noch oft genug erschrocken, wenn man mal wieder etwas erfährt, von dem man zuvor noch nie etwas gehört hat – was man aber vielleicht hätte wissen müssen oder können. Lesen schließt diese Lücken, so wie das jüngste Stück unseres Korrespondenten Patrick Welter aus Tokio. Denn von ihm erfährt man, dass es Anfang der sechziger Jahre in Japan eine größere Rückkehrbewegung von Menschen gab, die wieder in ihrer koreanischen Heimat leben wollten. Mit einer von ihnen hat er gesprochen. Das Problem: Diese Heimkehrer wurden nach Nordkorea geschickt – und dort ist es ihnen schlecht ergangen. Nach 43 Jahren gelang Welters Gesprächspartnerin die Flucht.

          Ich weiß nicht, ob Norwegen das Gegenteil von Nordkorea ist, aber in vielerlei Hinsicht gewiss. Da ist zum Beispiel dieser Staatsfonds, mit dem sich unser Finanzfachmann Volker Looman befasst hat. Der Fonds ist am 1. Januar 1998 aufgelegt worden. In dieser Zeit hat er mithilfe von Aktien, Anleihen und Immobilien im Mittel eine jährliche Rendite von 6,6 Prozent erwirtschaftet. Klingt das interessant? So können Sie den Fonds nachbilden: Das Portfolio besteht zu 70 Prozent aus Aktien, zu 25 Prozent aus Anleihen und zu 5 Prozent aus Immobilien. Sie können den Ölfonds nicht von der Stange kaufen, doch wenn Ihnen die Zusammensetzung gefällt, dann können Sie den Staatsfonds mithilfe von drei Indexfonds nachbauen. Investieren Sie also 70 Prozent des Geldes in den State Street MSCI All Country World (ISIN: IE00B44Z 5B48). Der Fonds besteht aus 2963 Unternehmen und kostet 40 Basispunkte pro Jahr. Für die Anleihen können Sie den State Street Bloomberg Barclays 1-3 Monate Indexfonds (ISIN: IE00BJXRT69 8) nehmen, der 14 Titel enthält und für 10 Basispunkte zu haben ist.

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          Ihr Carsten Knop
          Herausgeber
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

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