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Das Beste lesen mit F+ : Kampf gegen Long Covid und Kauf teurer Villen

Von 18 Symptomen hat sie mittlerweile nur noch drei. „Gut zu sehen, dass man sich von ganz unten wieder hocharbeiten kann“, sagt Cordula Faul. Bild: Lucas Bäuml

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          Liebe Leserin, lieber Leser, Ostern 2021 hält Cordula Faul den positiven Corona-Test in der Hand, rot leuchtet ihr der zweite Strich entgegen. Wahrscheinlich hat sie sich im Job als Physiotherapeutin angesteckt. Sie verbringt Ostern allein in ihrer Wohnung. Der Weg von der Toilette zum Bett ist ihr zu weit. Wenn sie duschen geht, schafft sie es nicht, sich abzutrocknen, und legt sich nass wieder ins Bett. Wenn sie kocht, setzt sie sich auf einen Stuhl, weil sie zu schlapp ist, um zu stehen. In der Quarantäne nimmt sie fünf Kilogramm ab. Die Monate danach werden zum Albtraum: August, ein warmer Sommertag. Faul ist mit ihrer Schwester und deren Kindern im Europapark. Am Abend kommt sie zurück in ihre Wohnung in Ulm. Sie muss sich übergeben, hat extreme Atemnot, ihr Herz rast. Feuerwerk im Kopf, sie kann nicht schlafen. In der Nacht ruft sie einen guten Freund an. Er sagt ihr: „Cordula, wenn du dich jetzt nicht am Riemen reißt, dann bring ich dich ins Krankenhaus.“ Am Tag danach fängt sie an zu lesen. Zu der Zeit habe es noch nicht viele Artikel über Long Covid gegeben, sagt Faul. Sie fragte sich: Was mache ich da? Sie beginnt zu verstehen, dass etwas anders laufen muss. Im August findet sie auch noch ihre Kündigung im Briefkasten, per Einschreiben. Sport treibt sie weiter. Nach einem Tag mit Sport folgen drei Tage Zwangspause. Ihr Leben, ein Teufelskreis. Stefanie Sippel hat ihn protokolliert – und wie es irgendwann wieder aufwärts ging.

          Carsten Knop
          Herausgeber.

          Unserem Finanzfachmann Volker Looman geht es diese Woche um einen Anwalt und eine Ärztin, die drei Kinder haben und sich in ein Haus verliebt haben, das nicht ganz billig ist. Das Objekt der Begierde kostet einschließlich der Nebenkosten etwa 1.800.000 Euro, und es stellt sich die Frage, wie die Villa bezahlt werden soll. Der Jurist ist 42 Jahre alt und Partner in einer großen Anwaltskanzlei. Er verdient pro Jahr etwa 600.000 Euro. Davon bleiben nach Abzug der Sozialabgaben und Steuern rund 300.000 Euro übrig. Das Vermögen des Mannes liegt bei 500.000 Euro und besteht aus Guthaben und Wertpapieren. Die 40 Jahre junge Ärztin besitzt ein Konto, auf dem 100.000 Euro liegen. Sie verdient kein Geld, weil sie sich um die Kinder kümmert, die sechs, vier und zwei Jahre alt sind. An der Erwerbslosigkeit wird sich nach Lage der Dinge in den nächsten Jahren nichts ändern, weil sich das Paar für die klassische Aufteilung der Arbeit entschieden hat: Er verdient das Geld, sie kümmert sich um den Haushalt, und beide hoffen, dass die Stricke halten. Was soll man dazu sagen, was halten Sie von diesem Modell? Und: Wer kauft das Haus, wie soll die Villa bezahlt werden? Looman jedenfalls hat dazu seine eigene Meinung.

          Fünf Seiten gelochtes Papier werden Hannas Zukunft bestimmen. Wo sie mal wohnen und arbeiten wird, wo ihre Kinder zur Schule gehen werden. Ein Vertrag, den die 24-Jährige mit zittriger Hand und Freudentränen in den Augen unterschrieben hat. Hanna hat sich dazu verpflichtet, nach ihrem Studium als Hausärztin auf dem Land zu praktizieren. Dieser Vertrag ist ihre einzige Chance, Ärztin zu werden. Denn eine Menge spricht gegen ihren großen Traum: Hannas Konzentrationsschwäche und ihre schlechten Noten. Ihre Familie, aus der noch niemand studiert hat. Und das fehlende Einser-Abitur. Mehr noch: Hanna hat überhaupt kein Abitur gemacht. Auf einem Hof mit großen, grünen Scheunentoren am Rande von Ochtrup im Münsterland fängt Hannas Geschichte an. Dort äußert sie zum ersten Mal den Berufswunsch, von dem sie sagt, dass er schon mit vier Jahren in ihr keimte. Hanna behandelt ihre Puppen mit kleinen Plastikspritzen, die ihre Mutter, eine Krankenschwester, aus dem Krankenhaus mitgebracht hat. Da ist es keine Überraschung mehr, als sie beim Abendessen verkündet, Ärztin werden zu wollen. Alle haben gelacht. Dass Hanna ADHS hatte, das war schon damals diagnostiziert. Jetzt ist sie Medizinstudentin. Wie das alles geklappt hat, lesen Sie im Text von Tom Konjer.

          Noch ein Hinweis: Am Dienstag findet unser nächster F.A.Z.-Filmabend statt. Es ist zum ersten Mal ein Kinderfilm; hier gibt es mehr Informationen.

          Viele Grüße aus der Redaktion, vielen Dank für Ihr Interesse an unseren digitalen Produkten. Wenn Sie Fragen speziell zu Ihrem F+ Abo haben, schreiben Sie mir gerne: c.knop@faz.de.

          Ihr Carsten Knop
          Herausgeber
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

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