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Das Beste lesen mit F+ : Der Hass Nordirlands und das stumpfe Schwert der Bundeswehr

Harter Brexit, harte Grenze? Auf diesem Schild in Londonderry wird gegen eine Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland protestiert. Bild: dpa

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          Liebe Leserinnen, liebe Leser, in der Mitte der neunziger Jahre war ich ein paar Mal in Irland, erst im Norden und dann in der Republik. Die Tatsache, dass man seinerzeit ein friedliches Land besuchen durfte, war keine Selbstverständlichkeit. Es herrschte weitgehend harmonische Nachbarschaft, aber die Polizeistationen waren immer noch so umzäunt wie im Bürgerkrieg. Und für einen Studenten, der wenige Jahre zuvor in Dortmund Abitur gemacht hatte, war der nordirische Terror ohnehin noch gegenwärtig. In Westdeutschland gab es diverse Anschläge gegen die britische Rheinarmee, so auch Anfang Juni 1990 in Dortmund: Da wurde Michael Dillon-Lee in seinem Auto vor den Augen seiner Frau mehrere Male in den Kopf geschossen. Der 35 Jahre alte Offizier erlag seinen Verletzungen; seine Frau erlitt einen Schock. Während ihrer Flucht feuern die Attentäter auf die Polizei und durchbrechen eine Straßenblockade aus Streifenwagen.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          „Wenn man eine Pistole 40 Jahre lang gut pflegt, dann rostet sie nicht. Und wenn man den Hass gut pflegt, dann rostet der auch nicht“, so beginnt nun meine Kollegin Mona Jaeger ihre Reportage aus Londonderry, die Sie exklusiv mit Ihrem F+Zugang lesen können. Dann zitiert sie Peter Flor: „Das Ding hat mich immer daran erinnert, dass es jederzeit wieder losgehen kann.“ Und obwohl er schon lange nicht mehr als Forstaufseher arbeite, trage er noch immer die dunkelgrüne Hose und die schweren Schuhe, unter denen hier, am nördlichen Zipfel Nordirlands, der Matsch quietsche. „Das Zerbrechlichste an ihm ist eine Porzellantasse in einer Vitrine in seinem Wohnzimmer, auf der die lächelnde Queen abgebildet ist. Peter ist Witwer. Er ist jederzeit bereit.“ Dass Jaeger im Schatten der Unklarheit über den Brexit wieder solche Dinge aufschreiben muss, lässt den hoffnungsvollen ehemaligen Studenten aus Dortmund innerlich erzittern. Was nur ist in Europa und die Briten gefahren?

          Weil die ganze Welt unsicherer geworden ist, hat von Ende Oktober bis zum 7. November in Norwegen das größte Manöver der Nato seit dem Kalten Krieg stattgefunden. 50 000 Soldaten übten den Bündnisfall: die Abwehr eines Angriffs auf ein Mitgliedsland. Sie wurden dazu mit rund 150 Flugzeugen, 60 Schiffen und mehr als 10 000 Fahrzeugen ausgerüstet. Das Szenario sei nicht gegen ein bestimmtes Land gerichtet, hieß es offiziell in der Allianz, doch hinter den Kulissen wurde klar in Richtung Moskau gedeutet. Vor allem Polen und die baltischen Staaten fürchten einen Angriff, wie ihn Putins Armee in den vergangenen Jahren an der russischen Westgrenze auch schon mehrfach geübt hat. Um einer Invasion des Baltikums wirksam zu begegnen, müsste die Nato den russischen Luftverteidigungsriegel knacken, um ihre Truppen schnell in das Angriffsgebiet schaffen zu können. Auf die Bundeswehr könnte sie dabei allerdings nicht zählen: Sie ist derzeit nicht in der Lage, moderne russische Luftabwehrsysteme wirksam zu bekämpfen. Was das mit unserem Eurofighter zu tun hat, schreibt Marco Seliger in einem lesenswerten F+Stück über den Zustand der Luftwaffe.

          Und wenn Sie von diesen ganzen Nachrichten mindestens so genervt sind wie von der Arbeit im Büro, ist die Lektüre dieses Stücks vielleicht die beste Therapie: Denn darin werden ganz nüchtern die finanziellen Möglichkeiten analysiert, die man hat, um sich einen früheren Ausstieg aus dem Berufsleben zu ermöglichen. Es ist ein weiterer Text, den andere F+Fans ebenfalls schon mit Freude gelesen haben – vielleicht ist er auch etwas für Sie.

          Ihr Carsten Knop
          Chefredakteur digitale Produkte
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

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