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Das Beste lesen mit F+ : Von Straßenkämpfen und der Operation Nachverdichtung

Ein Herz und eine Seele? Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz. Bild: dpa

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          Liebe Leserinnen, liebe Leser, in Eslohe sind die Leute zwar stolz darauf, dass im Ortsteil Sieperting ein Findling den geographischen Mittelpunkt Südwestfalens markiert. Im Fokus des bundespolitischen Interesses aber stand die etwas weniger als 9000 Einwohner zählende Kommune im Naturpark Sauerland Rothaargebirge bisher noch nie. Am heutigen Freitagabend wird das anders sein. Dann erwartet der CDU-Kreisverband Hochsauerland nicht nur die neue Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, sondern auch Friedrich Merz. Anfang Dezember war der aus dem Sauerland stammende Wirtschaftsfachmann auf dem Hamburger Bundesparteitag der CDU Kramp-Karrenbauer im Ringen um den Parteivorsitz unterlegen. Nun wollen die beiden erstmals seit Hamburg wieder öffentlich aufeinandertreffen. Ausgerechnet in Eslohe. Als bekannt wurde, dass Merz reden sollte, schnellte die Zahl der Rückmeldungen rasch in die Höhe, statt mit 500 rechnet der CDU-Verband nun mit 1000 Teilnehmern. „Wir arbeiten schon jenseits der Kapazitätsgrenze“, hat Geschäftsführer Fritz Nies meinen Kollegen Reiner Burger aus Düsseldorf und Eckart Lohse aus Berlin berichtet: „Da hilft nur eins: Nachverdichten beim Bestuhlen.“ Alles, was Sie in Vorbereitung für den heutigen Abend in Eslohe wissen müssen, finden Sie in diesem F+Stück.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Vielleicht kommen den CDU-Politikern in Eslohe ja auch ein paar Bürgersorgen aus dem wahren Leben zu Ohren. Solche Sorgen münden in vielen Bundesländern in einen Protest von Anliegern darüber, dass sie für den Ausbau öffentlicher Straßen richtig viel Geld zahlen sollen, wie unsere Politik-Redakteurin Mona Jaeger berichtet: Horrorgeschichten von Beiträgen von mehr als hunderttausend Euro kursieren. Nun formiert sich Protest, auch hier besonders in der Provinz. Die Welle der Wut baute sich im Jahr 2007 zuerst in der brandenburgischen Gemeinde Bernau auf, als dort angekündigt wurde, dass die Nelkenstraße ausgebaut werden solle. Die war bis dahin mehr Sandpiste als wirkliche Straße. So weit, so nachvollziehbar. Nachdem die Bauarbeiten aber abgeschlossen waren, verschickte die Stadt Briefe an die Anlieger. Und die waren ziemlich erstaunt: Sie sollten nicht 75 Prozent der Ausbaukosten zahlen, wie das gewöhnlich der Fall ist, sondern 90 Prozent. Eine Bürgerin machte während einer Sitzung der Stadtverordneten ihrem Ärger Luft: „Wir sind nicht die Schlossstraße bei Monopoly.“ Dass inzwischen nicht nur in Brandenburg, sondern nahezu in der ganzen Republik die Wut der Bürger auf ihre Stadtverordneten, Bürgermeister und Landesregierungen wächst, lesen Sie hier. Vorab sei verraten: Vielen Beitragsgegnern geht es gar nicht nur um das Geld. In ihrem Protest schwingen ganz andere Fragen mit: Was darf der Staat von seinen Bürgern verlangen? Welche Pflichten haben Bürger? Und ist es gerechter, wenn nicht nur die Anlieger für eine Straße zahlen, sondern alle Bürger über ihre Steuern?

          Wofür die Bürger Steuern zahlen, ist zum Beispiel der Schienenverkehr. Das Ergebnis: Auf deutschen Gleisen fahren Züge aus dem vergangenen Jahrhundert, manche Infrastruktur stammt sogar noch aus dem vorvorigen Jahrhundert. Aber es gibt Hoffnung: Bahnprotagonisten sehen gar eine Revolution voraus: „Wir stehen vor einem Epochenumbruch“, sagte Volker Schenk, der Präsident des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB), unserem Wirtschaftsredakteur Thiemo Heeg. Nun denn. In Zügen in Berlin soll künftig Software Alarm schlagen, wenn Menschen randalieren oder aggressiv werden. Hoffentlich hilft es. Noch besser wäre es natürlich, man müsste im Zug aus welchem Grund auch immer gar nicht erst aggressiv werden, nicht über die Politik oder Politiker schimpfen und das Leben genießen – auf der Fahrt in ein hoffentlich schönes Wochenende zum Beispiel.

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          Ihr Carsten Knop
          Chefredakteur digitale Produkte
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

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