https://www.faz.net/-ilt-9n1xn

Das Beste lesen mit F+ : Linke Identitätspolitik und fragwürdige Trinkgelder

Identitätspolitisch motiviert? Auch Ballettkompagnien mit hundert Prozent Migrationshintergrund genügen keiner antirassistischen Rekrutierungspolitik. Bild: EPA

Mit unserer Online-Flatrate F+ lesen Sie jeden Monat mehr als 500 exklusive Beiträge auf FAZ.NET, für nur 2,95 Euro in der Woche. So wie diese beliebtesten Artikel der Woche.

          Liebe Leserin, lieber Leser,

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          wer gesellschaftspolitische Ziele hat, möchte diese auch verwirklicht sehen. Freilich ist es immer schwieriger geworden, Diskriminierungen auszumachen, deren Beseitigung geboten ist, um Menschen die von der Verfassung gebotene gleiche Freiheit zuzugestehen. Dass diese abgebaut wurden, ist ein wichtiges Verdienst der identitätspolitisch aktiven Linken im Zusammenspiel mit den Liberalen. Aber je stärker sich eine Gesellschaft dem Abbau von Ungleichbehandlungen verpflichtet und je näher sie diesem Ziel kommt, umso mehr entzieht sie den Entrepreneuren dieser Bewegung und ihren Unterstützern die Geschäftsgrundlage. Das ist die These der Migrationsforscherin Sandra Kostner in ihrem Stück „Wie linke Identitätspolitik der Gesellschaft schadet“ – und ihre Analyse über den Siegeszug der Identitätspolitik auch in Deutschland möchte ich Ihnen heute ans Herz legen. Sehr viele F+Leser haben das Stück schon für sich entdeckt, es schärft die Sinne. Achtung: Der Text ist lang, aber je länger man liest, desto nachdenklicher wird man.

          Nicht ganz so lange muss oder darf man in einer Gastwirtschaft über das Thema Trinkgeld nachdenken. Deshalb ist es gut, dass der Kollege Ralph Bollmann das einmal etwas intensiver für uns getan hat. Denn vielleicht ist es Ihnen auch schon aufgefallen, dass auf den Belegen immer häufiger steht: „Tip is not included“ -„Trinkgeld ist nicht inbegriffen.“ Nur ein kleiner, nett gemeinter Hinweis, dass man Trinkgeld geben kann und darf – als Ausdruck der Wertschätzung und Dankbarkeit dem Kellner gegenüber? An der Freiwilligkeit sät die Formulierung auf der Rechnung gewisse Zweifel. Denn Längst hat sich im Gastgewerbe eine Ökonomie etabliert, die ohne das Trinkgeld gar nicht mehr funktionieren würde. Viele Betriebe zahlen kaum mehr als den Mindestlohn von derzeit knapp 1600 Euro brutto im Monat. Interessant übrigens auch: Während das Trinkgeld in der Gastronomie immer wichtiger wird, stirbt es in anderen Branchen eher aus. Kaum jemand drückt noch einem Handwerker, Zimmermädchen oder Platzanweiser einen Obolus in die Hand. Macht der Obolus das Kellnern also zu einer Form der modernen Bettelei? Zementierte er den Unterschied im sozialen Status zwischen Gast und Diener?

          Ach, vielleicht muss man die Dinge auch gar nicht so kompliziert machen. Dass es einfach der Dank eines zufriedenen Gastes ist, mit einer solchen Interpretation kann man ja auch mal ins Wochenende gehen. Der Finanzfachmann Volker Looman beschäftigt sich rund um das Thema Geld ohnehin gar nicht erst mit Trinkgeld-Dimensionen. In dieser Woche hat er sich einmal angeschaut, ob es sich für Immobilienbesitzer nicht lohnen könnte, „einige“ Immobilien zu verkaufen oder wenigstens die bestehenden Kredite zu überprüfen. Seine Antworten: Ja, es lohnt sich. Und zweitens: Ja, es lohnt sich. Wenn man aber vermietete Immobilien, die sich in den vergangenen Jahren prächtig entwickelt haben, nicht verkaufen wolle, weil man der Börse als Anlagealternative nicht traue? „Dann müssen Sie eben in Kauf nehmen, dass die schönen 11 Prozent im Laufe der Zeit schmelzen wie Schnee in der Sonne.“ Und zum Thema Kredit-Check sei gesagt. „Bei Immobilien auf Pump kommt es nicht nur auf die Lage der Objekte, sondern auch auf die Gestaltung der Finanzierung an, und dort schlummern Gewinne in Millionenhöhe!“ Wie immer geldwerte Tipps also, „all inclusive“ in Ihrem F+Zugang zu FAZ.NET komplett. Damit verbunden auch noch mal der Hinweis auf unsere Looman-Sammelseite, die Sie unter der Internetadresse https://www.faz.net/aktuell/finanzen/thema/volker-looman finden. Vielleicht ist es etwas für Ihre Bookmarks.

          Viele Grüße aus der Frankfurter Redaktion, Ihnen allen ein schönes Wochenende und dabei viel Spaß mit Ihren F+Texten. Bei Fragen und Anregungen schreiben Sie mir gerne – wie stets unter c.knop@faz.de. Übrigens: Eine Übersicht der beliebtesten F+Beiträge finden Sie auf dieser Seite.

          Ihr Carsten Knop
          Chefredakteur Digitale Produkte
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

          FAZ.NET komplett

          Zugang zu allen exklusiven F+Artikeln und somit zur ganzen Vielfalt von FAZ.NET – für nur 2,95 Euro pro Woche

          Mehr erfahren

          Topmeldungen

          Brexit-Treffen : Johnson blitzt bei Juncker ab

          Der britische Premierminister Johnson hatte Zuversicht verbreitet, doch neue Ideen legte er in Luxemburg wieder nicht vor. Sein Gespräch mit EU-Kommissionschef Juncker blieb ohne Durchbruch.
          Haus an Haus: Bisweilen liegen Wunsch und Wirklichkeit zumindest räumlich sehr nah.

          Hohe Immobilienpreise : Vom Traumhaus zur Realität

          Die Suche nach Immobilien bringt immer mehr Stress mit sich. Doch vom freistehenden Einfamilienhaus träumen die meisten Deutschen. Und ein Eigenheim hat viele Vorteile.

          Erdölreserve : Was passiert, wenn das Öl knapp wird?

          Der Ölmarkt ist in einem Ausnahmezustand, doch Deutschland hält Reserven für den Notfall. Wann werden diese angezapft – und was bringt das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.