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Das Beste lesen mit F+ : Anspruchsvolle Fastenzeit und kapitalistische Weltverbesserer

Fast alles verboten, was Spaß machen könnte? In der Fastenzeit halten sich viele mit Alkohol und fettem Essen zurück. Bild: dpa

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          Liebe Leserin, lieber Leser, nun ist ja gerade Fastenzeit, was die Menschen unterschiedlich ernst nehmen. Evangelische Christen sollen auf das Lügen verzichten, was ein wahrlich hehres Vorhaben ist. Andere wiederum fasten ohnehin das ganze Jahr, mit unterschiedlichem Erfolg, und beachten dabei die verschiedensten Tipps, die für uns die Medizinerin Felicitas Witte einmal genauer unter die Lupe genommen hat: Unbedingt frühstücken? Am Abend auf die Mahlzeit verzichten? Gleich Intervallfasten? F+Leser finden hier die interessanten Antworten. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den ersten beiden Tipps sind ziemlich dünn. Beim dritten Tipp, dem Intervallfasten also, wird es spannender. Und irgendwann steht in dem Text das kluge Zitat, dass es sinnvoll sei, einmal wieder zu spüren zu lernen, wann man satt sei. Ja, das ist in einer Wohlstandsgesellschaft ganz bestimmt eine gute Idee.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Alle, die da fasten, sind von dem Wunsch beseelt, gesund zu bleiben, und wer den Rat der evangelischen Kirche befolgt, gewiss auch davon, die Seele zu reinigen. Aber man kann alle diese Ratschläge befolgen – und dennoch auf der Suche nach dem Sinn des Lebens bleiben. Das trifft für Menschen ebenso zu wie für Unternehmen. Wobei, letztere suchen heutzutage neudeutsch noch viel eher nach dem „Purpose“: Wo immer in diesen Tagen ein Konzernchef eine Bühne besteigt, fällt diese englische Vokabel, gerade so, als lasse der Selbstzweifel die Manager nicht mehr schlafen, als genüge es nicht mehr, die besten Autos oder flottesten Turnschuhe, die saubersten Kraftwerke oder pfiffigsten Zertifikate herzustellen. Deutschlands Unternehmer, so der Eindruck, machen sich geschlossen auf die Suche nach einem höheren Sinn.

          Der Kollege Georg Meck hat festgestellt: Wer heute kein Wohltäter ist, wird keiner mehr. Doch allein der hohe moralische Ton mahne zur Vorsicht. So habe es zwar noch nie geschadet, wenn Menschen ihr Tun hinterfragten. Für Unternehmen aber liege der Daseinszweck auf der Hand: Aus einer Idee werde ein Produkt, daraus werde ein Gewinn. Ob die Dinge wirklich so einfach liegen, das ist die große Frage. Vielleicht nicht, ist die Antwort. Aber schon die Gründerfamilien der ältesten Konzerne in Deutschland wussten, das unternehmerisches Handeln viel mit Verantwortung zu tun hat. Das Schlimme ist wohl, dass das heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr zu sein scheint.

          Das gilt übrigens auch für Schulnoten, die früher das Selbstverständlichste der Welt waren, inzwischen aber nicht nur in den Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg aus der Mode gekommen sind. Die Kollegin Heike Schmoll hat sich angeschaut, was passiert, wenn die Orientierung durch Noten entfällt. In ihrem Stück habe ich das erste Mal die Formulierung „fiktive Versetzung“ gelesen. Nun habe ich an dieser Stelle ja schon einmal geschrieben, dass mein Vater Gymnasiallehrer war und ich ohne ihn auf Deutsch erheblich schlechtere Texte verfassen würde. Über diese Sache mit der fiktiven Versetzung hätte ich mit ihm allzu gerne einmal diskutiert.

          Viele Grüße,

          Ihr Carsten Knop
          Chefredakteur Digitale Produkte

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