https://www.faz.net/-ilt-a3qs4

Das Beste lesen mit F+ : Bewunderte Deutsche und entlarvte Corona-Zweifler

Gefeierter Auftritt: Der deutsche Bariton Christian Gerhaher und der deutsche Pianist Gerold Huber spielen in der Londoner Wigmore Hall. Bild: AFP

Mit unserem Angebot F+ erhalten Sie jeden Monat Zugriff auf mehr als 500 exklusive Beiträge auf FAZ.NET. Unter anderem auf diese beliebtesten Stücke der ganzen Woche.

          2 Min.

          Liebe Leserin, lieber Leser, als ich einst als Schüler – noch in der Mittelstufe – in der Sprachschule in Hastings war, haben ältere Briten vor uns noch auf den Boden gespuckt, wenn sie bemerkten, dass sich eine Schülergruppe aus Deutschland näherte. Denn viele Briten verbanden mit Deutschland lange vor allem Hitler und Sauerkraut. Das hat sich geändert. Was steckt hinter der neuen Bewunderung für die Deutschen? Das hat sich nicht nur Jochen Buchsteiner, unser politischer Korrespondent in London, gefragt. Dabei hilft auch der Blick in ein neues Buch von John Kampfner, einem britischen Journalisten, das den Titel trägt: „Why the Germans Do it Better“ – warum es die Deutschen besser machen. „Humility“, was sich auch als Demut übersetzen lässt, ist nicht die einzige Tugend, die Kampfner den Deutschen bescheinigt, obwohl er diese besonders betont: Kampfner, der in den achtziger Jahren als Korrespondent in Bonn und Ost-Berlin gearbeitet hat und für das Buch noch einmal ausgiebig gereist ist, sieht Deutschland als Modell schlechthin: hart arbeitend, aufs Wesentliche bezogen, sozial zusammenhaltend und ehrlich mit sich selbst, vor allem mit der eigenen Vergangenheit.

          Und dann hat Buchsteiner gleich noch etwas über den britischen Premierminister Boris Johnson geschrieben. Denn von dem rücken inzwischen sogar einst treue Bewunderer ab: Als Johnson im März mit schweren Covid-Symptomen auf der Intensivstation lag, hing sein Leben kurzzeitig an einem Faden. Niemand weiß, was diese Grenzerfahrung in einem Mann wie Johnson hinterlassen hat. Sicher ist, dass er die Gefahr des Virus nicht unterschätzt. Die Konsequenz daraus, eine unbeherrschbare Infektionsverbreitung notfalls auch mit Freiheitsbeschränkungen zu unterbinden, reibt sich allerdings an Johnsons liberalen Instinkten. In dieser Zerrissenheit versucht er das Land durch die Krise zu steuern, das gelingt derzeit nicht wirklich gut.

          F+ Newsletter

          Erhalten Sie jeden Freitag um 12 Uhr eine Empfehlung unserer Redaktion mit den besten Artikeln, die Sie exklusiv mit Ihrem Zugang zu F+ FAZ.NET komplett lesen können.

          Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

          Corona-Chaos und viele Zweifler gibt es natürlich in Deutschland. Joachim Müller-Jung, der Leiter unserer Wissenschaftsredaktion, muss sich damit immer wieder auseinandersetzen. „Covid-19: Wo ist die Evidenz?“, das fragte ostentativ vor einigen Tagen das „Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin“ (EbM). In dem Papier heißt es, in Anlehnung an eine ähnlich lautende Stellungnahme von vor einem halben Jahr: „Es gibt insgesamt noch sehr wenig belastbare Evidenz, weder zu Covid-19, noch zur Effektivität der derzeit ergriffenen Maßnahmen. Aber es ist nicht auszuschließen, dass die trotz weitgehend fehlender Evidenz ergriffenen Maßnahmen inzwischen größeren Schaden anrichten als das Virus selbst.“ Doch schon die kurz darauf erfolgte Veröffentlichung von Evidenz-Experten der Deutschen Cochrane Stiftung, die unter zehntausenden Covid-19-Publikationen systematisch nach wissenschaftlichen Belegen für die Wirksamkeit von Coronamaßnahmen wie Quarantäne, Tests und Reisebeschränkungen gesucht haben, entlarvt das Mediziner-Netzwerk.

          Müller-Jung erläutert die Zusammenhänge in seinem Stück genauer – und hat außerdem noch ein spannendes Gespräch geführt: Bis zu 35-Jährige sind die Treiber der Neuinfektionen. Aber wie kann man sie zur Einhaltung der Corona-Regeln bringen? Die Freiburger Psychiaterin Katharina Domschke ist Leopoldina-Expertin und schildert in dem Interview, wie man die Jungen überzeugen könnte.

          Viele Grüße aus der Redaktion und vielleicht noch ein Tipp: Wenn Sie an Immobilien interessiert sind, dürfte diese spannende Übersicht über richtige große Neubauprojekte in diversen Städten von Berlin bis München für Sie interessant sein …

          Bleiben Sie uns und F+, Ihrem Zugang zu FAZ.NET komplett, gewogen,

          Ihr Carsten Knop
          Herausgeber
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

          Die Online-Flatrate: F+
          FAZ.NET komplett

          Sichern Sie sich alle aktuellen Informationen und Hintergründe zur Präsidentenwahl

          Jetzt F+ für nur 1€/Woche lesen

          Topmeldungen

          Präsident Donald Trump am 10. Oktober auf dem Balkon des Weißen Hauses

          Druck auf Impfstoff-Hersteller : Trump im Nacken

          Der amerikanische Impfstoffhersteller Pfizer steht bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff an vorderster Front. Konzernchef Bourla spürt viel Druck aus dem Weißen Haus, vor der Wahl gute Nachrichten zu liefern.
          Biden-Unterstützerin bei einer Rally in der Kleinstadt Boca Raton, Florida

          Wählergruppe der Suburban Moms : Was Vorstadtmütter wirklich wollen

          Weiße Frauen der oberen Mittelschicht sind in Amerika eine umkämpfte Wählergruppe. Aber Donald Trumps Vorstellung einer Mutter aus der Vorstadt stammt aus den Fünfzigern – das könnte ihn diese wichtigen Stimmen kosten.

          Zum Tod des Schauspielers : Der höfliche Mister Connery

          Sean Connery wirkte dank seines Körpers rauh und barbarisch, doch er konnte auch zivilisiert auftreten. Um zu überzeugen, musste er stets nur er selbst sein. Mit 90 Jahren ist er nun gestorben.
          Unbedrängt bis vor das Kölner Tor: Münchens Serge Gnabry hat es leicht.

          Fußball-Bundesliga : Der FC Bayern macht, was er will

          Auch ohne Starstürmer Robert Lewandowski ist der FC Bayern derzeit nicht aufzuhalten. In Köln gibt es die nächsten drei Punkte – auch weil dem Gegner teilweise haarsträubende Fehler unterlaufen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.