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Das Beste lesen mit F+ : Autoritäre Selbstbedienungsläden und empfehlenswerte Boxen

Acht Lautsprecher im Vergleich: von 60 bis 2000 Euro Bild: Wolfgang Eilmes

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          Liebe Leserinnen, liebe Leser, Awo spricht man nicht überall Awo aus, also nicht „Ahwoh“, wie wohl in den meisten Gegenden Deutschlands. Es gibt Regionen, das Ruhrgebiet zum Beispiel, da heißt das „A-wo?!“, also mit betontem, aber kurz gesprochenem „a“, einer kurzen Pause und einem eher fragenden, ebenfalls kurzen „wo?!“. Die Termine bei der „A-wo?!“ waren in meiner Dortmunder Lokalredaktion früher recht beliebt: Meist ein Seniorenkaffeetrinken mit Ortsvorsteher oder so, hinfahren, Foto und ein paar Scherze machen, die Namen der Wortführer richtig aufschreiben, zurück in die Redaktion, Bild entwickeln, Zeilen raushauen. Fertig. Die Formulierung „Bild entwickeln“ hat mich jetzt verraten. Das ist lange her. Und mindestens in Frankfurt und Wiesbaden hat die Awo dafür gesorgt, dass ihr Name wieder einen ganz anderen Klang bekommen hat, wobei die fragende, knappe Variante aus dem Kohlenpott der Sache schon recht nahe kommt. Die Termine, die die Kollegen unserer Rhein-Main-Redaktion dazu jetzt wahrnehmen, sind keine Routine-Wohlfühl-Kaffeetrinken-Veranstaltungen, sondern harte Recherche und auch überregional lesenswert.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Zum Beispiel dieses Interview mit zwei früheren Mitarbeiterinnen der Awo. Sie berichten über Verhöre, Schikanen und einen Anruf vom Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann. Hier eine Kostprobe aus den Antworten: „Ich glaube nicht, dass da irgendwas transparent gemacht wird. Solange dieser innere Kreis, diese Leute da oben sitzen und auf alles Zugriff haben, auf Gelder, auf Unterlagen, auf Rechnungen. Aber auch vom Bundesverband bin ich enttäuscht. Wer schützt die Mitarbeiter? Wer schützt die Ehrenamtlichen vor dem schlechten Ruf?“

          Auffällig schnelle Karrieren von SPD-Nachwuchspolitikern ohne Hochschulabschluss, überhöhte Gehälter für Günstlinge, Dienstwagen mit mehr als 400 PS, teure Reisen, Mobbing gegen betriebsinterne Kritiker – es ergibt sich das Bild eines autoritär geführten Selbstbedienungsladens, das Genossen sonst gerne von Unternehmen der angeblich bösen freien Wirtschaft zeichnen, schreibt dazu Matthias Alexander, der Ressortleiter der Rhein-Main-Redaktion: „Dass Feldmann während seines Wahlkampfs 2012 einen eigens für ihn geschaffenen Posten bei der Frankfurter Awo bekleidete, der ihm offenkundig viel Zeit für politische Landschaftspflege ließ, macht die Sache nicht besser für ihn.“ Wie wahr. Es wäre schade, wenn Weihnachtszeit und Jahreswechsel dafür sorgen würden, dass diese Geschichte nicht mehr weiter aufgearbeitet wird. Diese Rechnung aber wird nicht aufgehen, da bin ich mir sicher. Die Kollegen werden dafür sorgen.

          Bleibt noch Zeit für einen Hinweis auf etwas vorweihnachtlich Gutgelauntes: Marco Dettweiler hat acht Streaming-Lautsprecher getestet, und vielleicht ist ja auch für Sie noch ein Passender dabei. Es handelt sich um Geräte zu Preisen zwischen 60 und 2000 Euro. Die meisten Boxen klingen für ihre Größe schon erstaunlich gut, ist dort zu lesen. Aber sind sie auch gut genug, um sie zur Hauptschallquelle der Wohnung zu machen. Und gibt es einen, der die anderen deutlich überragt? Mit ihrem F+Zugang zu FAZ.NET komplett finden Sie die Antworten auf diese und andere Fragen hier.

          Viele Grüße, wenn Sie Lust dazu haben, schreiben Sie mir Ihre Fragen und Anregungen zu Ihrer F+Flatrate auch über das kommende Adventswochenende gerne an c.knop@faz.de.

          Ihr Carsten Knop
          Chefredakteur Digitale Produkte
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

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