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Deutschland in der Pandemie : Kehrseite der Kurzarbeit

  • -Aktualisiert am

Ein Mitarbeiter der Meyer-Werft arbeitet an einem Kreuzfahrtschiff (Foto aus dem Januar). Bild: dpa

Die Corona-Krise trifft den Arbeitsmarkt in Deutschland schon jetzt härter als die Finanzkrise. Was wird aus den sechs Millionen Stellen, die durch die Pandemie gefährdet sind?

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          Die Corona-Krise trifft den Arbeitsmarkt in Deutschland schon jetzt deutlich härter als die große Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2009. Die Zahl der Arbeitslosen ist im April und Mai kräftig gestiegen, die Zahl der offenen Stellen zugleich stark gesunken. Wer jetzt Arbeit sucht, hat es schwer, weil die Unternehmen kaum einstellen. Und eine Trendwende ist nicht in Sicht.

          Angesichts des enormen Ausmaßes dieser Krise hätte es allerdings noch viel schlimmer kommen können, wie man an den Vereinigten Staaten, aber auch an anderen europäischen Ländern wie Großbritannien oder Österreich beobachten kann. Vor allem die Kurzarbeit hat hierzulande bislang größere Entlassungswellen verhindert.

          Die Zahlen haben eine nie dagewesene Größenordnung angenommen: Sechs Millionen Menschen könnten im April in Kurzarbeit gewesen sein, schätzt die Bundesagentur für Arbeit. Ihr Vorstandsvorsitzender Detlef Scheele und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil betonen zu recht, das seien sechs Millionen Menschen, die nicht arbeitslos seien.

          Die Frage ist nur: Wird das auf Dauer so bleiben? Denn die Kehrseite der Medaille sind sechs Millionen Arbeitsplätze, die durch die Pandemie gefährdet sind.

          Während vor elf Jahren vor allem größere Industriebetriebe von dem Wirtschaftseinbruch betroffen waren und es nach wenigen Monaten wieder aufwärts ging, leidet heute fast die gesamte Wirtschaft. Restaurants und Cafés, Hotels, der Handel fahren vorsichtig ihren Betrieb wieder hoch – wie viele von ihnen die Krise überstehen, und damit auch die entsprechenden Arbeitsplätze, ist jedoch noch nicht ausgemacht.

          Die Autoindustrie wiederum stand schon vor Corona vor einem schwierigen Strukturwandel, für den sie nach wie vor keine Lösung hat. Gerade hat der Autozulieferer ZF Friedrichshafen angekündigt, in den kommenden fünf Jahren 15000 Stellen zu streichen, weitere könnten folgen.

          Alles hängt nun an der Frage, wie sehr sich das Coronavirus weiter verbreiten kann und ob es gar zu einer zweiten Infektionswelle kommt, was für die Wirtschaft gravierende Folgen hätte. So oder so ist aber klar: Auch wenn die Bundesregierung und die Bundesagentur für Arbeit viel Geld in die Hand nehmen, wird nicht jeder Arbeitsplatz zu retten sein.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft und zuständig für „Die Lounge“.

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