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Versicherungsmarkt : Lloyd’s of London zieht nach Brüssel

  • Aktualisiert am

Markantes Gebäude: Lloyd’s-Haus in der City Bild: Reuters

Der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London ist aus der britischen Hauptstadt kaum wegzudenken. Jetzt wird das Londoner Urgestein gezwungen, einen Standort in der EU einzurichten.

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          Der Versicherungsmarkt Lloyd's of London will seine EU-Zentrale in Brüssel ansiedeln. Die belgische Hauptstadt sei deswegen ausgewählt worden, weil dort ein günstiges Regelwerk gelte und weil sie zentral in Europa liege, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der neue Standort solle ab Januar 2019 in Betrieb sein. „Es ist wichtig, dass wir dem Markt und den Kunden eine effiziente Lösung bieten, damit das Geschäft ohne Unterbrechung weiterlaufen kann, wenn Großbritannien die EU verlässt“, sagte Lloyd's-Chefin Inga Beale am Donnerstag.

          Lloyd's of London hate wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass Finanzdienstleister nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union einen Standort in der EU benötigen, um weiterhin Zugang zum europäischen Markt zu haben. Beale plädierte für eine Vereinbarung, die auch nach dem erfolgten EU-Austritt des Landes Geschäfte unter bestmöglichen Bedingungen ermöglicht. Dies sei „nicht nur für die Londoner City, sondern für ganz Europa wichtig“, sagte sie. 2015 nahm der Versicherungsmarkt etwa 11 Prozent seiner Prämien in der EU ein.

          Die britische Premierministerin Theresa May hatte am Mittwoch offiziell das Austrittsgesuch ihres Landes bei der Europäischen Union eingereicht. Binnen zwei Jahren sollen die Verhandlungen zwischen den beiden Parteien abgeschlossen sein. Darin geht es auch um die wirtschaftlichen Verflechtungen und die Frage, ob Großbritannien seinen Zugang zum Binnenmarkt der EU behalten wird. May hatte zuletzt angekündigt, darauf notfalls verzichten zu können. Sie strebt als Ersatz ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union an.

          Spektakulär: So sieht das Lloyd’s-Gebäude von innen aus.
          Spektakulär: So sieht das Lloyd’s-Gebäude von innen aus. : Bild: Reuters

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