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Wahl zum Tory-Parteichef : „Boris gewinnt ja sowieso“

Wird er der nächste Tory-Vorsitzende? Boris Johnson bei einem Fototermin in einer Baumschule Bild: EPA-EFE/POOL

Die 160.000 Mitglieder der Konservativen Partei wählen gerade den nächsten britischen Premierminister. Sie sind alt, melancholisch und ein bisschen rebellisch – und sehnen sich nach der guten alten Zeit.

          9 Min.

          Am besten, man nähert sich den Tories, dieser gefährdeten politischen Spezies in der englischen Provinz, über die Landstraße. Mit jedem Kilometer wird das Leben langsamer, und irgendwann schaltet man selbst in den Müßiggang. Die wenigen Menschen, die auf der Straße sind, spazieren; sie eilen nicht. Tankwarte, Verkäufer und Kellner bringen Zeit mit und wirken fast irritierend ausgeruht. Begegnungen werden über Telefone verabredet, die an Kabeln hängen, und wenn man sich trifft, dann nicht zu einem Single Espresso zwischen zwei Terminen, sondern zu einem ausgedehnten Lunch im Garten.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Das alles heißt keineswegs, dass es langweilig wäre in Hertfordshire, Oxfordshire oder Sussex; im Gegenteil. Dafür sorgen schon die engen, kurvigen, oft nur von Gräsern eingefassten Straßen – und erst recht die endlos ineinanderfließenden Verkehrskreisel, die dem Fahrer das Äußerste an Konzentration abverlangen. Der irrwitzigste „Roundabout“ liegt am Stadtrand von Hemel Hempstead – die Einwohner nennen ihn den „magischen Kreisel“. Er hat sechs Ausfahrten, von denen jede einzelne wiederum über einen eigenen Kreisel verläuft. Wer täglich ein solches Labyrinth meistert, der muss etwas von Politik verstehen. Vom Brexit.

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