https://www.faz.net/-icu-8xghx

Theresa May : „Juncker wird mich als verdammt schwierige Frau kennenlernen“

  • Aktualisiert am

Mit ihr ist nicht gut abendessen: Großbritanniens Premierministerin Theresa May Bild: AFP

Der Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über das missglückte Abendessen zwischen Theresa May und Jean-Claude Juncker schlägt hohe Wellen. Die britische Premierministerin schickt eine Warnung nach Brüssel.

          Der Ton in den Brexit-Gesprächen wird härter: Großbritanniens Premierministerin Theresa May lässt wissen, dass EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker der nächste sein werde, der herausfinde, dass sie eine „verdammt schwierige Frau“ („bloody difficult woman“) sein könne. Der britische „Guardian“ berichtet dies in seiner Online-Ausgabe. Demnach machte May ihre drohende Ankündigung bei einem Wahlkampfbesuch im Südwesten der Insel, nachdem die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung exklusiv und detailliert über den unfreundlichen Verlauf eines Abendessens zwischen Juncker und May berichtet hatte.

          „Während des Kampfes um den Vorsitz der Konservativen wurde ich von einem meiner Kollegen als verdammt schwierige Frau beschrieben. Und ich sage diesmal, die nächste Person, die das herausfinden wird, wird Jean-Claude Juncker sein.“

          May sagte weiter, dass es eigentlich eine Menge Übereinstimmung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU gegeben habe. Aber der Ärger um das Leck, das zu dem Bericht in der F.A.S. führte, habe bewiesen, dass die anstehenden Verhandlungen „hart“ werden würden. Allerdings sei fraglich, ob sich die EU die Drohung sehr zu herzen nehmen müsse. Zwar habe May beim Abendessen Juncker gesagt, dass sie als Chefunterhändlerin die Brexit-Gespräche leiten werde. Die EU glaube das aber nicht, weil sie von wochenlangen intensiven Verhandlungsrunden in Brüssel ausgeht – jeden Monat und insgesamt 15 Monate lang. Für eine amtierende Premierministerin sei es aus naheliegenden Gründen unmöglich, so lange in Brüssel aktiv mitzuverhandeln.

          Die F.A.S. hatte berichtet, wie die Stimmung zwischen May und Juncker während des Abendessens immer tiefer sank. Bei allen angesprochenen Themen prallten die Vorstellungen der EU und Mays hart aufeinander. Am Ende sagte Juncker, er sei „zehnmal skeptischer“ als vor dem Gespräch. Direkt am nächsten Morgen rief Juncker dann Bundeskanzlerin Angela Merkel an, die daraufhin ihre anstehende Rede zum Brexit erheblich verschärfte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis

          Tschechien : Regierungschef Babis übersteht Misstrauensvotum

          Seit Wochen gibt es Massenproteste gegen den unter Korruptionsverdacht stehenden Milliardär. Doch der Opposition gelang es nicht, die notwendigen Stimmen für eine Absetzung des Ministerpräsidenten zusammenzubekommen.
          Unser Sprinter-Autor: Johannes Pennekamp

          F.A.Z.-Sprinter : Schweiß und Tränen

          Die starke Sonneneinstrahlung könnte bald Baustellen lahmlegen, dem Ehrenamt muss wieder mehr Achtung entgegengebracht werden – und der Weltkonjunktur droht mehr Ungemach. Was sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.