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Theresa May in Berlin : Merkel will Hängepartie bei Brexit vermeiden

  • Aktualisiert am

Nach dem Antrittsbesuch: Angela Merkel und Theresa May Bild: dpa

Ihre erste Auslandsreise hat die neue britische Premierministerin zu Angela Merkel geführt. In Sachen Brexit soll es nach dem Willen der Kanzlerin bald Klarheit geben.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach dem Votum für einen EU-Austritt Großbritanniens die enge Partnerschaft mit dem Vereinigten Königreich hervorgehoben. In anstehenden Verhandlungen werde Deutschland seine Interessen vertreten, sagte Merkel beim Antrittsbesuch der neuen britischen Premierministerin Theresa May am Mittwoch in Berlin.

          Sie setze aber darauf, dass dieser Prozess in einer „freundschaftlichen Atmosphäre und auf der Grundlage vieler gemeinsamer Überzeugungen“ vor sich gehen könne. Merkel bekräftigte, Verhandlungen könnten erst nach einem Antrag Londons beginnen. „Es ist für alle von Interesse, wenn Großbritannien mit einer sehr gut definierten Verhandlungsposition diesen Austritt beantragt.“ Merkel sagte zudem, es sei „absolut verständlich“, dass die britische Regierung zunächst Zeit benötige, eine Verhandlungsposition zu entwickeln. Allerdings dürfe es keine „Hängepartie“ geben.

          Die neue britische Premierministerin Theresa May sagte trotz des EU-Ausstiegs wolle man wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland erhalten: „Natürlich werden sich unsere Beziehungen ändern, aber die wirtschaftlichen Beziehungen sollen weiter eng bleiben“, sagte May. „Wir wollen die richtige Mischung,“ so die Premierministerin. Zudem betonte sie, Großbritannien werde nicht vor Ablauf des Jahres den Antrag zum Austritt aus der EU stellen.

          Knackpunkt Freizügigkeit

          Zum Knackpunkt in den kommenden Verhandlungen - ob die Briten auch ohne Freizügigkeit für EU-Bürger Teil der Freihandelszone bleiben dürfen - sagte May: „Das wird Teil unserer Gespräche sein.“ Zuwanderung war eines der weiteren Themen des Brexit-Referendums. May sieht es als ihren Auftrag, den Zuzug von EU-Bürgern in das Vereinigte Königreich zu begrenzen.

          Erste Weichen für den Brexit hat May bereits gestellt: Großbritannien verzichtet auf die EU-Ratspräsidentschaft 2017. May habe EU-Ratspräsident Donald Tusk darüber informiert, dass man die Austrittsverhandlungen vorrangig behandeln wolle, sagte eine Regierungssprecherin in London. Nach Angaben von Tusks Sprecher einigten sich die Botschafter der EU-Staaten darauf, dass für Großbritannien Estland einspringt und seine EU-Ratspräsidentschaft um ein halbes Jahr vorzieht.

          Ihr Antrittsbesuch in Berlin war Mays erste Auslandsreise als Premierministerin. Sie war David Cameron vergangene Woche als Regierungschefin und Vorsitzende der konservativen Tory-Partei nachgefolgt. Cameron war zurückgetreten, nachdem die Briten in einer Volksabstimmung entschieden hatten, die EU zu verlassen. Am Donnerstag wird May zum Antrittsbesuch in Paris erwartet.

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