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Handelskammer Großbritanniens : Tausende britische Unternehmen haben Brexit-Notfallpläne

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Der Hafen in Dover ist ein Nadelöhr in den Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland. Bild: AFP

75.000 Unternehmen sind in der britischen Handelskammer organisiert. Und viele dieser Unternehmen bereiten sich mit Notfallplänen auf den ungeordneten Brexit vor. Einige verlagern ihr Geschäft in andere Länder.

          Tausende Unternehmen haben nach Angaben der britischen Handelskammer schon Notfallpläne für einen ungeregelten Brexit erstellt. Zu den Maßnahmen gehören vor allem Verlagerungen von Aktivitäten ins Ausland und das Einlagern von Waren, zitierte die Zeitung „The Guardian“ am Sonntag die Handelskammer BCC, die 75.000 Mitglieder hat. Zudem würden die Unternehmen lebenswichtige finanzielle Mittel für die Vorbereitung auf einen ungeordneten Brexit verwenden.

          Allein in den vergangenen Tagen habe die Handelskammer von 35 Unternehmen gehört, die ihre Notfallpläne aktiviert hätten. Bisher ist laut BCC aber nur die „Spitze des Eisberges“ zu sehen.

          Airbus-Chef mit dramatischem Appell

          Erst vor wenigen Tagen drohte der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus bei einem „No Deal“ mit der Schließung von Fabriken in Großbritannien. Dort hat das Unternehmen fast seinen gesamten Tragflächen-Bau gebündelt. „Wenn es einen Brexit ohne Abkommen gibt, müssen wir bei Airbus möglicherweise sehr schädliche Entscheidungen für Großbritannien treffen“, sagte Airbus-Chef Tom Enders.

          Die Unternehmen Sony und Dyson haben zudem mitgeteilt, dass sie mit ihren Zentralen umziehen werden. Die Europazentrale von Sony wird demnach von London nach Amsterdam ziehen. Sony begründet die Entscheidung mit dem Brexit. Dyson verlagert seine Zentrale dagegen nach Singapur, offiziell ist der Grund dafür die steigende Bedeutung des asiatischen Geschäfts.

          Im Falle eines EU-Austritts ohne Abkommen wird in Großbritannien in fast allen Lebensbereichen mit starken Auswirkungen gerechnet; viele Unternenhmen sind besonders hart betroffen. Experten rechnen unter anderem mit langen Staus wegen künftiger Zollkontrollen, Mangel an Zuliefererteilen und weiteren Produkten. Gekühlte Lagerhallen für empfindliche Waren sind schon komplett ausgebucht.

          Großbritannien will schon in zwei Monaten – am 29. März – die Europäische Union verlassen. Das Parlament in London ist aber völlig zerstritten und hat das zwischen Premierministerin Theresa May und Brüssel ausgehandelte Abkommen abgelehnt. Am Dienstag will die Regierungschefin im Unterhaus über ihren „Plan B“ abstimmen lassen.

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