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Scheidender Kommissionschef : Juncker setzt auf Brexit im Januar

  • Aktualisiert am

Jean Claude Juncker am Montag in Brüssel Bild: EPA

Jean Claude Juncker will, dass die Briten Ende Januar aus der EU ausscheiden, denn der Brexit ziehe sich schon zu lange hin, sagt er. Ein Handelsabkommen mit Brüssel sei jedoch nicht schnell zu bekommen.

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          Der scheidende Präsident der EU-Kommission, Jean Claude Juncker, setzt darauf, dass Großbritannien wirklich am 31. Januar 2020 aus der EU ausscheidet, wie es der britische Premierminister Boris Johnson verspricht. Dem britischen Sender BBC sagte er: „Der Brexit-Prozess zieht sich sowieso schon zu lange hin.“ Der Hoffnung Johnsons, innerhalb kurzer Zeit könne zwischen London und Brüssel ein Handelsabkommen verhandelt werden, trat er allerdings entgegen. „Diese Angelegenheiten brauchen Zeit“, sagte Juncker. Allein das Abkommen mit Kanada habe sieben Jahre gebraucht.

          Die anstehenden Wahlen in Großbritannien sollten sich aus Sicht Junckers nicht nur um den Brexit drehen. „Großbritannien hat ja auch noch andere Probleme als Brexit – und diese Probleme sind größer geworden durch Brexit. Es wird versucht, das zu vertuschen, aber sie sind halt größer geworden“, sagte Juncker dem ARD-Europastudio in Brüssel. „Ich hätte doch gern, dass dies nicht wiederum ein Brexit-Wahlkampf wird.“ Auf die BBC-Frage, ob er nicht gerne noch im Amt bleiben wolle, um den Brexit bis zum Ende zu begleiten, sagte er „Nein. Ich habe genug Brexit in meinem Leben gehabt.“

          Großbritannien wählt am 12. Dezember ein neues Parlament. Premierminister Boris Johnson hatte wiederholt versprochen, dass Großbritannien die EU am 31. Oktober verlassen werde, „komme, was wolle“. Bislang gab es aber keine Mehrheit für den mit der EU ausgehandelten Brexit-Deal. Die Diskussion über den Brexit steht im Mittelpunkt der vorgezogenen Parlamentswahl.

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