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Brexit-Einigung : Champagner wurde nicht getrunken

Der britische Premierminister Boris Johnson am 24. Dezember während einer Videokonferenz mit EU-Komissionspräsidentin Ursula von der Leyen Bild: ddp/intertopics/eyevine/eyevine

EU und Großbritannien haben sich am Heiligabend doch noch auf ein Handelsabkommen geeinigt. Zumindest aus Brüsseler Sicht hat das auch mit der Mutation des Coronavirus und der französischen Grenzschließung zu tun. Eine Rekonstruktion.

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          Am Ende sind es 1246 Seiten geworden, um die künftigen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich zu regeln. Am Samstag haben beide Seiten ihr Abkommen veröffentlicht, jeder kann es lesen – eine leichte Lektüre ist es nicht. Neben dem eigentlichen Vertragstext von gut 400 Seiten finden sich Anhänge mit Ausführungsbestimmungen. Da wird zum Beispiel für jede Fischart die Fangquote in den nächsten Jahren aufgelistet oder bis ins Detail festgelegt, wie die britische Polizei künftig das Kennzeichen eines in der EU zugelassenen Wagens abfragen darf.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Das ist das Erstaunlichste an diesem Abkommen: dass in neun Monate langen Verhandlungen und nur zwei Monaten Textarbeit zustande kam, was doch eigentlich Jahre dauern sollte. So hatten es Fachleute und Diplomaten in Brüssel wieder und wieder dargelegt. Noch zu Beginn der Gespräche im März hieß es: Ohne eine Verlängerung der Übergangsfrist um zwei Jahre werde man allenfalls ein Vertragsgerüst zustande bringen. Die Briten taten derlei stets als Verhandlungspoker ab. Boris Johnson wollte um keinen Preis der Welt verlängern. Jetzt hat er trotzdem einen vollständigen Vertrag bekommen – wie versprochen.

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