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Brexit-Treffen : Merkel drängelt, May bleibt vage

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Theresa May und Angela Merkel sprechen in Berlin über den Brexit. Am Samstag will May auf der Münchner Sicherheitskonferenz ihre Brexit-Pläne vorstellen. Bild: dpa

Theresa May und Angela Merkel sprechen in Berlin über den Brexit. In ihrer Wortwahl zeigen sie deutliche Differenzen.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnt indirekt zur Beschleunigung der Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. „Wir wollen den Zeitplan einhalten. Das heißt, wir stehen hier schon unter Zeitdruck“, sagte sie am Freitag in Berlin bei einer gemeinsamen  Pressekonferenz mit der britischen Premierministerin Theresa May. „Aber wir wollen die Dinge natürlich auch gründlich machen, und das bedeutet, dass wir uns dann eben auch des öfteren austauschen“, sagte Merkel weiter.

          May blieb vage in Bezug auf den zeitlichen Ablauf der Verhandlungen: „Wir werden zu bestimmten Zeitpunkten über das jeweils nächste Stadium sprechen.“ Sie kündigte an, am Samstag auf der Sicherheitskonferenz in München über die Ziele der künftigen Sicherheitspartnerschaft mit der EU reden zu wollen.

          May will „besondere Freiheiten“

          Merkel erklärte, Ziel der Brexit-Verhandlungen sei eine möglichst konstruktive und enge Partnerschaft nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU. Man sei noch dabei die Vorstellungen über die künftigen Beziehungen zu entwickeln. „Und deshalb freuen wir uns auch, wenn Großbritannien von seiner Seite aus sagt, wie sie sich auch ihre Vorstellungen machen.“ May sagte, das Brexit-Abkommen sollte für britische und deutsche Unternehmen von Vorteil sein.

          „Wir möchten auf jeden Fall besondere Freiheiten haben in europäischen Märkten“, sagte May weiter. Dies sei aber natürlich keine Einbahnstraße, sondern müsse gut für beide Seiten sein. „Ich möchte eine umfassende und ehrgeizige Lösung erzielen.“

          Merkel sagte: „Ich bin neugierig, wie sich Großbritannien die Partnerschaft vorstellt. Und wir haben natürlich auch Interessen.“ Sie jedenfalls wolle eine enge Partnerschaft erhalten. Allerdings sei auch klar, dass es einen Unterschied zur EU-Mitgliedschaft Großbritanniens geben werde. Notwendig sei eine „faire Balance“.

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