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Madeleina Kay : Ein Supergirl gegen den Brexit

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„Ich nehme mich selbst nicht zu ernst, das, was ich tue, aber schon“, sagt Kay. Mit ihrer eigenen Art, für die EU zu werben, scheint sie das zu erreichen, was die „Remain“-Kampagne in Großbritannien vor dem Referendum nicht schaffte: sich das Gehör der teilnahmslosen Briten zu verschaffen, die von der Brexit-Debatte genervt sind. „In Zeiten von Donald Trump und Co. brauchen wir eine emotionale und kreative Strategie, um auf uns aufmerksam zu machen“, sagt Kay. Dafür zieht sie sich statt dem Superheldinnen-Outfit auch mal ein Valentinstags-Kostüm an. Erst am Sonntag trug sie bei einem „Woof-erendum“ in London, bei dem Hundebesitzer gegen den Brexit protestieren, Hundeohren und Fellkostüm. Sie sah aus wie ihr weißer Hund Alba, den ihre Fans von ihrem Blog kennen.

Für die Brexit-Befürworter bietet Kay wenig Angriffsfläche. Dafür ist ihr Auftreten zu bunt und friedlich. „Unser Dialog ist sehr zivilisiert“, beschreibt Kay das Verhältnis mit ihnen. Kritiker werfen der 24-Jährigen allerdings immer wieder Oberflächlichkeit und Unwissen vor. Doch wer mit Kay spricht, merkt schnell, dass sie sehr wohl Ahnung hat. Auch findet sie an der EU längst nicht alles gut, im Gegenteil. „Die Europäische Union braucht eine Menge Reformen“, sagt sie. Erst vor kurzem reichte sie bei der EU eine Bürgerinitiative für ein Label ein, das vegetarische und vegane Lebensmittel kennzeichnen soll. Ein „phantastisches demokratisches Tool“, wie sie findet. Den Online-Antrag zu stellen, sei allerdings so schwierig gewesen wie nur möglich.

„Eine 100-prozentige Besessenheit“

Nahbarer müsse die EU werden und mehr für ihre Arbeit werben, schlägt Kay vor. Bei vielen jungen Briten komme bislang nicht an, dass die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens ihr Leben verbessere. So lange das der Fall ist, will Kay aufklären. Auf den Straßen und mit Broschüren, in denen sie zum Beispiel auflistet, welche „24 Reasons to Remain“ die Briten hätten, darunter etwa 45 Jahre Frieden, Verbraucherschutz und Reisefreiheit.

Die Kampagne ist für Kay längst mehr als ein Vollzeitjob. „Eine 100-prozentige Besessenheit“, nennt sie es selbst und lacht. Sie veröffentlichte in knapp drei Jahren sechs Kinderbücher, darunter „Theresa Maybe in Brexitland“. Ihr Studium unterbrach sie nach ihrem ersten Jahr als Aktivistin, ihre Freunde trifft sie inzwischen nur noch etwa alle zwei Monate. Geld für ihre Kampagne erhält sie ausschließlich via Crowdfunding. Wie viel Geld sie braucht, variiert sehr stark. Mit 1000 Pfund pro Monat rechnet sie, fügt aber hinzu, dass allein ein Musikvideo schon denselben Betrag koste.

Eine Pause ist für Kay nicht in Sicht. Egal, wie der Brexit ausgehen wird, „Europa braucht weiterhin ein Supergirl, das für es kämpft“, sagt sie. Entweder eines, das in Großbritannien die „Rejoin“-Kampagne anführt oder eines, das für die EU-Wahlen Ende Mai wirbt. Dass die Briten die EU zum offiziellen Austrittsdatum am 29. März, ihrem Geburtstag, tatsächlich verlassen werden, glaubt Kay nicht: „In den vergangenen drei Jahren ist in der britischen Politik das Unmögliche möglich geworden“, sagt sie. Warum also nicht auch ein zweites Referendum?

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