https://www.faz.net/-icu-9njj3

Umfrage in Großbritannien : Liberale und Brexit-Partei überholen Labour und Tories

  • Aktualisiert am

Vince Cable (M), Vorsitzender der britischen Partei Liberal Democrats, steht bei einer Veranstaltung vor der Europawahl mit Parteimitgliedern auf der Bühne. Bild: dpa

Zum ersten Mal liegen die etablierten britischen Parteien in der Wählergunst hinter zwei kleineren – weil die Position zum Brexit inzwischen offenbar wichtiger ist als die traditionelle Wählerbindung.

          1 Min.

          Die Position zum Thema EU-Austritt löst in Großbritannien die traditionelle Wählerbindung an eine der beiden großen Parteien immer mehr ab. Das legt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der „Times“ nahe, deren Ergebnisse am Freitag veröffentlicht wurden. Demnach lagen erstmals zwei kleinere Parteien mit eindeutigem Brexit-Standpunkt höher in der Wählergunst als die etablierten Parteien Labour und Tories, die beim EU-Austritt innerlich zerstritten sind.

          Die Liberaldemokraten, die eine Abkehr vom EU-Austritt fordern, kämen demnach derzeit bei einer Parlamentswahl auf 24 Prozent der Stimmen, gefolgt von der Brexit-Partei um Nigel Farage mit 22 Prozent, die einen Austritt ohne Abkommen fordert. Tories und Labour kämen jeweils nur auf 19 Prozent, die Grünen auf acht Prozent.

          Für den Ausgang einer tatsächlichen Parlamentswahl sind diese Werte jedoch nur sehr bedingt aussagekräftig. Das britische Wahlsystem kennt nur das Direktmandat – und da sind die beiden großen Parteien aufgrund ihrer prominenten Kandidaten und ihrer gut ausgebildeten Parteistrukturen erheblich im Vorteil.

          Ins britische Unterhaus kommt nur, wer die höchste Anzahl an Stimmen in seinem Wahlkreis erringt. Die auf andere Kandidaten abgegebenen Stimmen verfallen einfach.

          Die Briten haben sich in einem historischen Referendum 2016 mit knapper Mehrheit für den EU-Austritt ausgesprochen. Eigentlich hätte das Land die Staatengemeinschaft bereits am 29. März dieses Jahres verlassen sollen. Weil Premierministerin Theresa May aber mit ihrem Austrittsabkommen drei Mal im Parlament gescheitert ist, wurde die Frist inzwischen bis zum 31. Oktober verlängert.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Informieren über die Lage: Jens Spahn (rechts), Anja Karliczek und Lothar Wieler

          Neues Förderprogramm : 300 Millionen Euro für Corona-Medikamente

          Gesundheitsminister Spahn ist mit der Entwicklung der Impfkampagne zufrieden. Nun wollen er und Forschungsministerin Karliczek die Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 beschleunigen – mit viel Geld.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.