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Kommunalwahl Großbritannien : Schlappe für europafeindliche Ukip

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Er hatte schon mal schönere Tage: der Ukip-Vorsitzende Paul Nuttall am Mittwoch in Westminster Bild: AP

Bei den Kommunalwahlen in weiten Teilen Großbritannien gewinnt die Ukip-Partei offenbar keinen einzigen Sitz. Die Konservativen von Premierministerin Theresa May legen hingegen deutlich zu, Labour wird abgestraft.

          Bei den Kommunalwahlen in Großbritannien hat die Konservative Partei von Premierministerin Theresa May ersten Ergebnissen zufolge deutlich hinzugewonnen. Bis 8 Uhr Ortszeit waren 23 von insgesamt 88 Wahlkreisen ausgezählt. Demnach gewannen die Tories in zehn Kommunalräten die Mehrheit und mit 553 Sitzen 150 mehr als bei den vorhergehenden Wahlen. Die oppositionelle Labour-Partei verlor demnach 119 Sitze, kam auf 388 Sitze und sicherte sich die Mehrheit in nur fünf Kommunalräten. Die europafeindliche Ukip-Partei konnte nach vorläufigen Ergebnissen keinen einzigen Sitz gewinnen.

          Die proeuropäischen Liberaldemokraten verloren 29 Sitze und kamen auf 138. Ein Großteil der Wahlergebnisse wurde erst am Nachmittag erwartet. Der Urnengang war der erste wichtige Stimmungstest für May, die nach dem Brexit-Votum Mitte 2016 die Regierungsgeschäfte übernommen hatte und für den 8. Juni vorgezogene Parlamentswahlen angesetzt hat.

          Die Konservativen verzeichneten „ihre besten Ergebnisse bei Kommunalwahlen seit zehn Jahren, vielleicht sogar seit 25 Jahren“, sagte der Politikwissenschaftler John Curtice von der Universität Strathclyde. John McDonnel, rechte Hand von Labour-Parteichef Jeremy Corbyn, sagte dem Sender ITV, es sei eine „schwere Nacht“ für seine Partei.

          Bei den Kommunalwahlen ging es um knapp 5000 Sitze in England, Wales und Schottland, unter anderem wurden auch die Bürgermeister von Manchester und Liverpool gewählt. Die Wahllokale schlossen erst am Donnerstagabend um 23 Uhr. Mit Spannung erwartet wurde unter anderem das Abschneiden der Schottischen National-Partei. Die Stimmenauszählung in Schottland begann erst am Vormittag. Dort hatte bei dem Brexit-Referendum eine Mehrheit für einen Verbleib in der EU gestimmt.

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