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Neuwahl in Großbritannien : Hart und unfriedlich

Erhoffen sich beide eine Mehrheit bei den Wahlen: Labour-Chef Jeremy Corbyn und Premierminister Boris Johnson Bild: dpa

Schon jetzt schwören die Parteien ihre Wähler auf einen harten, aggressiven Wahlkampf ein. Die Aufgabe, das Land künftig zu versöhnen, wird somit noch schwerer.

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          Wer die kommende Parlamentswahl im Vereinigten Königreich gewinnt – vorausgesetzt, es wird überhaupt einen klaren Gewinner geben –, der wird versuchen müssen, das gespaltene Land mit sich zu versöhnen. Der Brexit hat politisch-kulturelle Gräben aufgerissen, die weder mit Geld noch mit guten Worten so einfach wieder zuzuschütten sind.

          Viele Wähler hat dieses Großthema radikalisiert, andere sind dessen überdrüssig; dabei ist der Austritt aus der EU noch gar nicht vollzogen. Schon jetzt schwören die Parteien ihre Wähler auf einen harten, aggressiven Wahlkampf ein; die Versöhnungsaufgabe wird somit noch schwerer.

          Boris Johnson, der Spieler im Gewand des Premierministers, will sich in der Wahl ein Mandat und eine Mehrheit für „sein“ Brexit-Abkommen verschaffen. Er wird alle Register populistischer Agitation ziehen. Jeremy Corbyn, der altlinke Labour-Führer, hofft mit dezidiert linkem Programm auf Wiederholung des „Wunders“ von 2017. Damals schnitt Labour viel besser als erwartet ab. 2017 ist das Menetekel der Konservativen. Insofern sollte Johnson nicht zu sicher sein. Nichts ist sicher.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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