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Wettbewerb um May-Nachfolge : Johnson bekräftigt Willen zu Brexit-Nachverhandlungen

  • Aktualisiert am

Der frühere britische Außenminister Boris Johnson bei einem Rededuell in Birmingham Bild: EPA

Es brauche nur die „richtige Energie“, dann könne man in Brüssel auch Erfolg haben, sagt der Favorit für die Nachfolge der Premierministerin. Ein anderes Thema wollte er allerdings außen vor lassen.

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          Der Favorit im Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May, Boris Johnson, hält erfolgreiche Nachverhandlungen mit der EU zum Brexit-Abkommen für machbar. Es brauche dazu nur die „richtige Energie“, sagte der frühere Außenminister am Samstag bei einer Regionalkonferenz in Birmingham vor konservativen Parteimitgliedern. Brüssel lehnt Nachverhandlungen bisher strikt ab.

          Johnson und sein Konkurrent Jeremy Hunt präsentierten sich in Birmingham erstmals der Parteibasis. Bis Ende Juli sollen die geschätzt 160.000 Mitglieder der Konservativen Partei per Briefwahl über den neuen Parteichef und damit Premierminister abstimmen. Bis dahin treten die beiden Kontrahenten noch in 15 weiteren Regionalkonferenzen im ganzen Land auf.

          Keine Antwort wollte Johnson auf die Frage des Moderators geben, was Anlass zu einem Polizeieinsatz vor seiner Wohnung in London gegeben hatte. Britische Zeitungen hatten am Samstag über einen angeblichen Vorfall in der Wohnung berichtet, die er sich mit seiner neuen Lebensgefährtin in London teilt. Dort hatten den Berichten zufolge Nachbarn wegen eines lautstarken Streits mit seiner Lebensgefährtin Carrie Symonds in der Nacht zum Freitag die Polizei gerufen. Er glaube nicht, dass das Publikum „diese Art von Sachen hören wollen“, wiegelte Johnson ab.

          Die Zeitung „The Times“ geht davon aus, dass der Vorfall negative Folgen für Johnson haben könnte. „Viel wird von den nächsten 24 Stunden abhängen und davon, ob die Aufnahme des Nachbarn auftaucht“, schrieb die Zeitung.

          Johnson gilt als haushoher Favorit im Rennen um die Downing Street. Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov Mitte Juni gaben 77 Prozent der befragten Tory-Mitglieder an, dass der frühere Außenminister ihrer Ansicht nach ein guter Parteichef wäre. Sein Nachfolger in dem Amt, Jeremy Hunt, kam nur auf 56 Prozent.

          Er hatte dafür am Samstagmorgen eine erste Attacke auf seinen Kontrahenten gestartet. In einem Beitrag für die Zeitung „Daily Telegraph“ warf er Johnson vor, sich vor einer TV-Debatte zu drücken. „Die konservativen Parteimitglieder können ihre Wahl nur treffen, wenn es eine ordentliche Debatte gibt, und man kann diese Debatte nicht führen, wenn einer der Kandidaten alle Möglichkeiten blockiert“, schrieb er.

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          In Birmingham warnte er vor einem Brexit-Desaster mit den falschen Personen. „Ein verantwortungsbewusster Premierminister sollte einen Deal  anstreben“, sagte er und machte gleichzeitig klar, dass er sich auf eine neue Regelung an der irischen Grenze konzentriere. Die Gespräche mit der Europäischen Union seien nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. „Ein Deal ist in beiderseitigem Interesse.“

          Der Auftritt mit Hunt in Birmingham war der Auftakt einer landesweiten Debattenreihe zwischen den beiden Kontrahenten. Für den 15. Juli ist die letzte der 16 Diskussionsrunden in London vorgesehen. Der neue Vorsitzende der Tories soll bis Ende Juli gekürt sein, die Entscheidung treffen die 160.000 Parteimitglieder. In der Woche des 22. Juli wird der Name des Siegers voraussichtlich bekanntgegeben. Er wird dann auch automatisch Regierungschef.

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