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Ungeordneter Brexit : „Ein harter Brexit im März würde zu Chaos an den Grenzen führen“

[SPITZMARKE]Geht hier von diesem Frühjahr an nichts mehr?[/SPITZMARKE] Zollabfertigung in Dover Bild: Susannah Ireland /eyevine / laif

In Europa fehlen die Zöllner, falls es Ende März zu einem ungeordneten Brexit kommt. Viel zu spät habe die Politik reagiert, sagen Kritiker. Auch Deutschland wird erst jetzt aktiv.

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          Zehn Wochen vor dem EU-Austritt Großbritanniens warnen Fachleute vor akuten Engpässen in der europäischen Zollabfertigung, falls dieser, wie befürchtet, ungeordnet erfolgt. Es fehle an fachlich versiertem Personal, die Regierungen der EU-Staaten hätten zu spät mit den Vorbereitungen begonnen, kritisieren zahlreiche Zollfachleute im Gespräch mit der F.A.Z. Auch Deutschland mache sich erst jetzt daran, seine Zollverwaltung für den drohenden Brexit-Härtetest aufzurüsten.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Das britische Unterhaus stimmt am Dienstag über das geplante Austrittsabkommen mit der EU ab. Es soll für einen geordneten Brexit mit einer Übergangsfrist bis Ende 2020 sorgen, wodurch die Situation am Zoll entschärft würde. Doch gilt ein Veto gegen das Brexit-Abkommen als nahezu sicher. Wie es dann weiterginge, ist völlig offen. Spekuliert wird über eine mögliche Verschiebung des Austritts, aber auch die Gefahr, dass es im März zu einem „harten“ Brexit ohne Austrittsabkommen kommt, wächst. Schlimmstenfalls müssen dann über Nacht Zollkontrollen wiedereingeführt werden, die es im britisch-europäischen Handel seit Jahrzehnten nicht mehr gibt.

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