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Getötete britische Abgeordnete : Cox-Attentäter des Mordes angeklagt

  • Aktualisiert am

Weiterhin herrscht in England tiefe Trauer wegen des Mordes an Jo Cox. Bild: AFP

Die britischen Ermittler gehen davon aus, dass der Verdächtige ein Einzeltäter war und haben ihn nun offiziell wegen Mordes angeklagt. Amerikas Präsident Barack Obama meldete sich bei den Hinterbliebenen von Cox.

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          Der Mord an der britischen Abgeordneten Jo Cox war nach Polizeiangaben vermutlich das Werk eines Einzeltäters. Den bisherigen Ermittlungen zufolge sei außer dem festgenommenen 52-jährigen Tatverdächtigen keine andere Person daran beteiligt gewesen, erklärte die Polizei des Landkreises West Yorkshire auf ihrer Internetseite. Dem mutmaßlichen Attentäter werde Mord vorgeworfen. Er werde noch am Samstag dem Haftrichter zugeführt.

          „Isoliert, aber gezielt“

          Der Angriff auf Cox sei offenbar eine „isolierte, aber gezielte Attacke“ gewesen. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben in Kooperation mit Anti-Terror-Experten Medienberichte, wonach der Verdächtige Verbindungen zu Rechtsextremisten gehabt hatte und wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen war.

          Die 41-jährige Labour-Abgeordnete und EU-Befürworterin Cox war am Donnerstag in ihrem Wahlkreis im nordenglischen Birstall mit Schüssen und Messerstichen getötet worden. Die Polizei nahm den Verdächtigen in der Nähe des Tatorts fest und stellte Waffen bei ihm sicher. Zeugenaussagen zufolge rief er „Britain first“.

          Weiterhin herrscht großes Entsetzen über die Tat. Der Brexit-Wahlkampf soll auch am Samstag weitgehend ruhen.

          Der amerikanische Präsident Barack Obama nannte das Attentat auf Cox ein „abscheuliches Verbrechen“. Die Welt sei „ein besserer Ort wegen ihres selbstlosen Dienstes“ für die Allgemeinheit und es könne „keine Rechtfertigung für dieses abscheuliche Verbrechen geben“, erklärte das Weiße Haus. Demnach rief Obama den Witwer Brendan Cox an, um ihm und seinen beiden kleinen Kindern sein Mitgefühl auszusprechen.

          Auf einem Spendenkonto, das Angehörige und Freunde von Cox eingerichtet haben, gingen bereits mehr als 200.000 Pfund (250.000 Euro) ein. Das Geld wird verschiedenen Hilfsorganisationen in Großbritannien und Syrien zugute kommen.

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