https://www.faz.net/-icu-8v0r2

Furcht vor dem Brexit : Mehr Briten wollen Deutsche werden

  • Aktualisiert am

Vorsichtshalber einen Deutschen Pass: Immer mehr Briten wollen sich einbürgern lassen. Bild: dpa

In großen und international geprägten deutschen Städten geht die Zahl der Einbürgerungsanträge von Briten nach oben. Ganz offensichtlich fürchten sie den Brexit. Aber geht das Einbürgern eigentlich so leicht?

          1 Min.

          Nach dem Brexit-Votum im Juni 2016 ist die Zahl der Briten, die Deutsche werden wollen, deutlich gestiegen. Bundesweite Zahlen für 2016 gibt es noch nicht, aber der Trend ist deutlich. Die Zahl der Anträge und der Einbürgerungen nahm beispielsweise in Hamburg und Teilen Berlins spürbar zu, wie die zuständigen Behörden berichteten.

          In München stellten seit dem Votum bis Ende Januar 144 Briten einen Einbürgerungsantrag - fast sechs mal so viele wie im Vorjahreszeitraum. Im international geprägten Heidelberg wurden vergangenes Jahr 44 Briten eingebürgert - im Jahr davor gab es keinen einzigen Antrag. In Hessen gingen vom 1. Januar bis 13. Februar dieses Jahres 125 Anträge ein, berichtet die „Bild“-Zeitung. Das seien fast so viele wie in den Jahren 2014 und 2015 zusammen gewesen.

          Mit einem deutschen Pass sichern sich die Briten Vorzüge der EU-Mitgliedschaft. In Deutschland leben rund 106.000 Menschen aus Großbritannien. An diesem Montag setzt das britische Oberhaus seine Debatte über das Brexit-Gesetz fort. Britische Medien rechnen damit, dass Premierministerin Theresa May in wenigen Wochen die Erklärung zum Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union einreicht.

          Briten müssen Einbürgerungstest machen

          Für Briten ist eine doppelte Staatsangehörigkeit ohne Einschränkung möglich. „Das heißt, ein britischer Staatsangehöriger kann problemlos eine weitere Staatsangehörigkeit annehmen, ohne dass es Auswirkungen auf seine britische Staatsangehörigkeit hat“, erklärt die Botschaft des Vereinigten Königreichs in Berlin.

          Ein neuer Pass hat demnach auch keine Folgen für die Nachkommen: Eine schon bestehende britische Staatsbürgerschaft von Kindern werde durch die Annahme einer weiteren Staatsbürgerschaft durch deren Eltern nicht berührt.

          Das zuständige deutsche Bundesamt sagt unter anderem: Wer deutscher Staatsbürger werden will, sollte in der Regel schon acht Jahre lang mit einer Aufenthaltserlaubnis in Deutschland gelebt haben. Für ihren Lebensunterhalt müssen die Antragsteller selbst sorgen können. Außerdem Pflicht: ein Einbürgerungstest und ausreichende Deutschkenntnisse. Es darf auch keine Verurteilung wegen einer Straftat vorliegen.

          Weitere Themen

          Johnson kommt nach Brüssel

          Drama um Brexit-Deal : Johnson kommt nach Brüssel

          Die nächste Verlängerung: Ursula von der Leyen und Boris Johnson wollen ihre „bedeutsamen Meinungsunterschiede“ zu den künftigen Beziehungen zwischen EU und Großbritannien in einem persönlichen Treffen klären. Der Zeitdruck ist enorm.

          Topmeldungen

          Erstwähler : Diese Wahl ist ein Ausrufezeichen

          Sie sind jung, sie saßen das letzte Jahr überwiegend zuhause – und sie wurden mit Angela Merkel groß: 2,8 Millionen Deutsche dürfen am 26. September erstmals ihre Stimme abgeben. Hier sprechen zwei von ihnen.

          Schlagende Verbindungen : „Das Fechten gehört bei uns dazu“

          Finn Götze studiert Theologie, und er ist in einer schlagenden Verbindung. Im Interview erzählt er, warum er nicht Burschenschafter wurde, wie er Vorurteilen begegnet und warum Frauen auch weiterhin außen vor bleiben müssen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.