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Folgen des Referendums : Brexit-Verlierer mit Englischkenntnissen

Little Romania: Ein rumänischer Supermarkt im Londoner Stadtteil Burnt Oak Bild: Sofia Dreisbach

In Großbritannien schürt die Kampagne für den EU-Austritt eine feindselige Stimmung gegenüber Einwanderern aus Osteuropa. Diese wollen einfach nur akzeptiert werden – und natürlich in England bleiben.

          6 Min.

          Wenn sie es könnte, würde Mihaela Buzdugan die Zeit zurückdrehen. Mindestens bis zu jenem Tag vor acht Jahren, an dem sie mit ihren Kindern nach London kam. Wenn sie noch einmal die Wahl hätte, würde sie nicht von zu Hause fortgehen, nicht aus der Stille in die Stadt ziehen. Dorthin, wo die Autos ohne Pause fahren und der Lärm wie ein Echo in ihrem Kopf widerhallt. Aber dafür ist es jetzt zu spät. Wenigstens in ihrer Zweizimmerwohnung ist es ein wenig wie früher. Die drei Kinder sprechen zu Hause rumänisch, der Mann kann ohnehin nichts anderes, Buzdugan kocht wie in der Heimat. „Verliert euer Erbe nicht“, sagt die 35 Jahre alte Frau den beiden Söhnen und der Tochter immer wieder.

          Sofia Dreisbach

          Redakteurin in der Politik.

          Die Liste der Dinge, die Buzdugan in Großbritannien nicht gefallen, ist lang. Aber da ist dieser eine, einzige Grund, der alles aufwiegt: die Arbeit, das Geld. Es ist nicht so, dass es reichte, um am Ende des Monats etwas zurückzulegen, aber es reicht für ein gutes Leben. Und auch wenn Buzdugans Herz an Rumänien hängt, weiß sie, dass alle Heimatliebe nicht reicht, um eine Familie zu ernähren. Und sie ist nicht der Typ, der sich zu Hause einigelt, auch wenn der Ton auf der Straße in den vergangenen Jahren rauher geworden ist, wie sie sagt.

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