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F.A.Z. exklusiv : May: Deutschland und Großbritannien sollen enge Partner bleiben

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Theresa May, britische Premierministerin Bild: EPA

Der EU-Austritt Großbritanniens hat offiziell begonnen. In einem Gastbeitrag in der F.A.Z. betont Premierministerin Theresa May das enge Verhältnis zu Deutschland. In den Verhandlungen dürften keine unnötigen Schranken errichtet werden.

          Die britische Premierministerin Theresa May will auch nach dem Brexit eine besonders enge Beziehung zu Deutschland pflegen. „Deutschland und Großbritannien sind sehr oft mit starker, vereinter Stimme in der Welt aufgetreten“, schreibt sie in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Donnerstagsausgabe). „Wir wissen diese dauerhafte Freundschaft und Partnerschaft zwischen unseren Ländern sehr zu schätzen.“ Großbritannien wolle „Deutschland und allen unseren anderen Freunden auf dem Kontinent engagierter Partner und Verbündeter bleiben“.

          May betont die intensiven wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern, die sich unter anderem darin äußerten, dass 400.000 Briten für deutsche und 250.000 Deutsche für britische Unternehmen arbeiteten. „Außerdem gibt es komplexe Lieferketten, von denen beide Länder profitieren.“ Deutsche Unternehmen sollten auch künftig die gleichen Möglichkeiten in Großbritannien haben wie britische Unternehmen in der EU. „Wenn unnötige Schranken errichtet würden, wäre das für uns alle schädlich“, heißt es in dem Beitrag in der F.A.Z.

          Unter Verweis auf den Terroranschlag in London vergangene Woche und den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt schreibt die britische Regierungschefin: „In gleicher Weise müssen wir eine möglichst enge Sicherheitskooperation aufbauen, damit wir unsere Bürger schützen können.“ Lesen Sie den Beitrag von Theresa May ab 20 Uhr in F.A.Z. Plus.

          Der britische EU-Botschafter Tim Barrow übergab am Mittwoch in Brüssel das Austrittsgesuch seiner Regierung an EU-Ratspräsident Donald Tusk. Damit hat Großbritannien den Weg in den Brexit beschritten. In einer gemeinsamen Erklärung bedauerten die anderen 27 EU-Staaten die Entscheidung, zeigten sich aber gleichzeitig entschlossen, ihre Interessen in den nun anstehenden Austrittsverhandlungen zu verteidigen.

          Merkel setzt auf „faire Verhandlungen“

          „Das ist ein historischer Moment, von dem an es kein Zurück mehr gibt“, sagte May in London. Sie rief die Briten, von denen nur knapp mehr als die Hälfte bei einem Referendum im Juni für den Austritt gestimmt hatten, zum Zusammenhalt auf. Auch die EU-Kommission erklärte, mit dem Brexit-Antrag gebe es „kein Zurück mehr“. London könne ihn „nicht einseitig widerrufen“.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bedauerte den Antrag Großbritanniens am Mittwoch zutiefst und bezeichnete die Europäische Union als Erfolgsgeschichte. Deutschland und die anderen EU-Partner hätten sich diesen Tag nicht gewünscht, sagte Merkel in Berlin. Sie setze nun auf „faire Verhandlungen.“

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