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EU-Austritt mit Abkommen : Vernünftiger Brexit

  • -Aktualisiert am

Boris Johnson reist in dieser Woche nach Berlin und Paris Bild: EPA

Ein Brexit-Deal, der sicherstellt, dass erst einmal alles weiterläuft wie bisher, wäre vernünftig. Doch die Vernunft ist ausgezogen aus der 10 Downing Street. Und nun?

          Ein gutes Brexit-Abkommen liegt schon auf dem Tisch. Der Entwurf, den die EU und die Regierung May ausgehandelt haben, stellt sicher, dass nach dem britischen Austritt erst einmal alles weiterläuft wie bisher, für die Bürger wie für die Unternehmen in Europa.

          Danach käme eine weitere Verhandlungsphase, in der man sich in Ruhe über die künftigen Beziehungen unterhalten könnte. Und vor allem bliebe die irische Grenze offen, die ja angeblich der politischen Klasse in Westminster so wichtig ist. Im Fall eines ungeregelten Austritts würde sich die Grenze dagegen schließen. Bürger und Unternehmen, vor allem britische, würden Schaden nehmen.

          Alle weiteren Gespräche zwischen London und Brüssel wären schwer vorbelastet. Wofür sich vernünftige Politiker entscheiden würden, liegt auf der Hand. Aber in Großbritannien regiert nicht mehr die Vernunft, weder im Unterhaus noch in 10 Downing Street. Wenn der neue Premierminister nun nach Berlin und Paris reist, um wieder mit einem harten Brexit zu „drohen“, sollte man ihn freundlich, aber bestimmt auf die Realität hinweisen.

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