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Brexit : Ein großer Schritt ins Unbekannte

Da waren es nur noch 27: Vor dem Europäischen Parlament in Brüssel wurde am Freitagabend der Union Jack niedergeholt. Bild: Jens Gyarmaty

Ob der Brexit für Großbritannien zum Segen oder Fluch wird, ist noch ungewiss. Im Fall der EU ist nach dieser Zäsur aber schon klar: Eine Rückkehr zum „business as usual“ darf es nicht geben.

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          Seit Samstag ist der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union keine Vision mehr, sondern eine Tatsache. Ob der Brexit die klügste Entscheidung der britischen Geschichte war, wie seine Befürworter im Freudentaumel glauben wollen, oder jener verhängnisvolle Akt, den die Kritiker und Gegner beiderseits des Ärmelkanals beklagen, steht jedoch noch nicht fest. Gewiss ist nur: Es ist ein – großer – Schritt ins Unbekannte. Vor Britannien hat ihn noch kein EU-Mitglied gewagt. Und zumindest gegenwärtig sieht es nicht so aus, als mache das Beispiel Schule.

          Vermutlich wird die Zukunft Britanniens weder so strahlend hell werden, wie von den „Brexiteers“ vorhergesagt, noch ganz so finster, wie von den „Remainers“ befürchtet. Ob das Licht, das Premierminister Johnson schon sehen will, eher den Aufgang der Sonne oder ihren Untergang ankündigt, hängt in erheblichem Maß von Entscheidungen ab, die erst noch getroffen werden müssen. Und zwar nicht nur von den in dieser Frage weiter gespaltenen Engländern, Schotten, Walisern und Nordiren, sondern auch von den verbliebenen EU-Mitgliedstaaten. Einen gewissen Einfluss auf das weitere Schicksal der Insel hat sogar ein durch die internationale Politik irrlichternder Akteur namens Donald Trump.

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