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Londons Blick auf den Brexit : Wir werden wieder eine unabhängige Nation sein

  • -Aktualisiert am

Am Tag vor dem Brexit werden vor dem Parlament in London britische Flaggen aufgehängt. Bild: AFP

Mit dem Brexit beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte Großbritanniens, das es uns ermöglicht, uns wieder als liberale und freie Handelsnation zu positionieren. Das Verhältnis zur EU beruht auf einer starken Freundschaft. Ein Gastbeitrag.

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          Heute verlassen wir die EU. Aber dies ist für uns kein Ende. Es ist vielmehr ein beherzter Neuanfang, der Beginn eines neuen Kapitels. Heute bringen wir ein Großbritannien auf den Weg, das ehrgeizig, selbstbewusst und entschieden global auftritt. Denn ab heute haben wir die Freiheit, ein neues Verhältnis zu unseren europäischen Partnern zu gestalten, ein Verhältnis, das auf einer starken Freundschaft, gemeinsamen Werten und beiderseitigen Interessen beruht. Dies eröffnet uns die Möglichkeit, nach vorn zu blicken.

          Bis Ende des Jahres werden wir die bestmöglichen Vereinbarungen für neue Beziehungen aushandeln, die dem Willen des Volkes beim Referendum von 2016 Rechnung tragen, auf der Grundlage einer freundschaftlichen Zusammenarbeit mit anderen europäischen Staaten.

          Denn diese Zusammenarbeit ist für die internationale Stabilität unverzichtbar, sie hilft uns, globale Herausforderungen zu meistern und unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. Vor allem aber werden wir eine unabhängige Nation sein, die selbst über ihre Zukunft bestimmen kann und die Kontrolle über ihre Grenzen, ihre Gesetze, ihr Geld und ihren Handel haben wird.

          Dominic Raab ist seit Juli 2019 Außenminister von Großbritannien. Von Juli bis November 2018 war der Konservative zudem Minister für den Austritt aus der Europäischen Union.
          Dominic Raab ist seit Juli 2019 Außenminister von Großbritannien. Von Juli bis November 2018 war der Konservative zudem Minister für den Austritt aus der Europäischen Union. : Bild: AFP

          Erst vor zwei Wochen stand ich mit meinen E3-Kollegen in Kontakt, um Iran wegen seines Verstoßes gegen zentrale Aspekte des Atomabkommens zur Rechenschaft zu ziehen. Dieses Vorgehen war das Ergebnis behutsam koordinierter Telefongespräche, Formulierungen und Treffen, wie sie für eine starke Partnerschaft zwischen engen Verbündeten charakteristisch sind.

          Unsere Partnerschaft beruht nicht nur auf entschlossenem Vorgehen. Sie beruht auch auf dem kontinuierlichen Austausch zu allen Aspekten unserer Zusammenarbeit. Im Rahmen der Zusammenarbeit in der Nato stehen britische Soldaten der Marine, des Heeres und der Luftwaffe an der Seite unserer baltischen Verbündeten, ihr Einsatz dient der Abschreckung und dem Schutz gegen russische Aggression – auf See, an Land und in der Luft.

          Wir werden uns weiter für die Menschenrechte einsetzen. Und gegen Ende des Jahres richten wir dann, gemeinsam mit Italien, die Klimakonferenz COP 26 in Glasgow aus, bei der wir durch entschlossene globale Klimaschutzmaßnahmen Europas Führungsrolle demonstrieren werden.

          Ein Werkzeug des Guten in der Welt

          An der Seite unserer europäischen Partner engagieren wir uns also weiterhin für den Ausbau des Handels, die Verbesserung der Sicherheit und die Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen auf der ganzen Welt. Dieses neue Kapitel in der Geschichte Großbritanniens gibt uns die Möglichkeit, uns wieder als liberale und freie Handelsnation zu positionieren.

          Wir haben gesehen, wie durch eine Ausweitung des Handels die Wirtschaft gefördert, Arbeitsplätze geschaffen, die Lebenshaltungskosten gesenkt und das Angebot für die Verbraucher vergrößert werden können. Doch sollte all dies nicht nur Europa zur Verfügung stehen, sondern auch den ärmsten Ländern der Welt.

          Und wir werden auch mit festen moralischen Grundsätzen handeln, als ein Werkzeug des Guten in der Welt. Wie bisher, werden wir uns leiten lassen von den Werten Freihandel, Demokratie, Menschenrechte und internationale Rechtsstaatlichkeit.

          Klimawandel und Cybersicherheit gemeinsam anpacken

          Deshalb werden wir weiterhin für Ziele streiten, die unseren europäischen Partnern am Herzen liegen, sei es die Verteidigung der Medienfreiheit oder sicherzustellen, dass jedes Mädchen eine gute Schulbildung bekommt, selbst in den ärmsten Ländern der Welt.

          Dies ist eine Chance noch einmal zu bekräftigen, dass wir die schwierigsten Herausforderungen unserer Zeit, sei es die Cybersicherheit oder den Klimawandel, gemeinsam anpacken wollen. Und es ist eine Chance unter Beweis zu stellen, dass wir noch bessere Verbündete, Nachbarn und Freunde Europas sein können.

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