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Verhandlungen mit London : Startvorteil für die EU

EU-Chefunterhändler Michel Barnier (r.) und David Frost, der Europa-Berater des britischen Premierministers, im März in Brüssel Bild: Reuters

Die EU will Großbritannien auch künftig an Standards binden und in seinen Gewässern fischen. Sollten die Briten ausscheren, behält die EU sich „angemessene Gegenmaßnahmen“ vor.

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          Eines wollte Premierminister Boris Johnson in der Post-Brexit-Phase unbedingt vermeiden: wie seine Vorgängerin Theresa May in den Verhandlungen mit der EU in die Defensive zu geraten. Anfang der Woche kündigte die britische Regierung an, sie werde in Kürze einen umfassenden Entwurf für einen Handelsvertrag vorlegen, noch vor der nächsten Runde kommende Woche. Mit einem am EU-Kanada-Abkommen angelehnten Text wollte Johnson sich einen Startvorteil verschaffen. Doch den hat nun die EU. Schon am Freitagmorgen verschickte Chefunterhändler Michel Barnier seinen Entwurf für das – nicht nur Handel, sondern auch Sicherheit umfassende – Abkommen an die Mitgliedstaaten, das EU-Parlament und London.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Der Entwurf liegt der F.A.Z. vor. Barnier legt auf insgesamt 458 Seiten die von der EU gewünschte umfassende Partnerschaft mit dem Vereinigten Königreich dar. Von der ersten bis zur letzten Seite zieht sich eine klare Botschaft: Die EU will die Verhandlungen aus einer Position der Stärke heraus führen. Nicht London, sondern Brüssel legt die Bedingungen für das künftige Verhältnis fest.

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