https://www.faz.net/-icu-9qv0p

Brexit-Streit : Boris Johnsons Bruder tritt zurück

  • Aktualisiert am

Bild: EPA

Mit Jo Johnson verlässt im Brexit-Chaos nicht nur ein Staatssekretär die Regierung, sondern der Bruder des Premierministers. Den Schritt begründet er mit seiner Zerrissenheit – zwischen der Loyalität zur Familie und dem nationalen Interesse.

          1 Min.

          Der britische Premierminister Boris Johnson gerät wegen seines kompromisslosen Brexit-Kurses immer stärker unter Druck aus den eigenen Reihen. Am Donnerstag legte sein jüngerer Bruder Jo Johnson sein Amt als Staatssekretär und auch sein Mandat als Parlamentsabgeordneter für die Konservativen nieder. „Ich war in den vergangenen Monaten zerrissen zwischen Loyalität zur Familie und dem nationalen Interesse – es ist eine unauflösbare Spannung“, begründete Jo Johnson den Schritt auf Twitter.

          Der Premierminister hatte zuvor 21 Tory-Rebellen aus der Fraktion geworfen, die im Streit um seinen Brexit-Kurs gegen die eigene Regierung gestimmt hatten. Darunter so prominente Mitglieder wie den Alterspräsidenten und ehemaligen Schatzkanzler Ken Clarke und den Enkel des Kriegspremiers Winston Churchill, Nicholas Soames.

          Boris Johnson will sein Land am 31. Oktober notfalls ohne Abkommen aus der EU führen, sollte sich Brüssel nicht auf seine Forderungen nach Änderungen am Brexit-Deal einlassen. Trotzdem gab Johnson am Donnerstagmorgen bekannt, den Widerstand gegen ein Gesetz aufzugegeben, das einen ungeregelten Brexit verhindern soll.

          Viele Konservative Politiker halten einen Ausscheiden ohne Abkommen wegen der unabsehbaren Konsequenzen für die Wirtschaft und viele andere Lebensbereiche für einen schweren Fehler.

          Der Weg aus der Europäischen Union war lang. Zwanzig Bilder zeigen die wichtigsten Stationen der Briten auf ihrem Brexit-Kurs, der nicht immer gradlinig verlief. Bilderstrecke
          Der Brexit-Prozess in Bildern : Der lange Weg zum Abschied

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Angst vor Anschlägen: Ein Polizist bewacht am Freitag vor dem Freitagsgebet die Große Moschee in Paris.

          Lehren aus Nizza : Woher kommt dieser Hass?

          Mit Attentaten wie in Nizza versuchen Islamisten freiheitliche Gesellschaften in den „Clash of civilizations“ zu treiben. Welche Ursachen hat das – und was kann getan werden, um es zu verhindern?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.