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Last order : Parlamentspräsident Bercow kündigt Rücktritt an

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John Bercow hat seinen Rücktritt als Präsident des britischen Unterhauses angekündigt. Bild: Reuters

Der Sprecher des britischen Unterhauses, John Bercow, will spätestens am 31. Oktober von seinem Amt zurücktreten. Das hat Bercow am Montag im Parlament angekündigt.

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          Abschied von Mister „Order, Order!“: Der britische Parlamentspräsident John Bercow hat in der letzten Sitzung des Unterhauses vor der Zwangspause seinen Rücktritt angekündigt. Der 56 Jahre alte Konservative sagte, er werde nicht abermals für das Amt kandidieren, falls die Abgeordneten am Montag für vorgezogene Neuwahlen stimmen sollten. Aber auch im Falle einer Ablehnung vorgezogener Neuwahlen werde er am 31. Oktober zurücktreten. Darüber hinaus wolle er auch sein Abgeordnetenmandat abgeben.

          Dass Johnson einschwenkt, gilt als so gut wie ausgeschlossen. Er will Großbritannien unter allen Umständen am 31. Oktober aus der EU führen – notfalls auch ohne Abkommen mit Brüssel. Die Abgeordneten sind aber mehrheitlich gegen einen ungeregelten Ausstieg aus der EU.

          „Bei niemandem, nirgendwo, zu keiner Zeit entschuldigen“

          Bercow sitzt seit 1997 im Parlament für den Wahlkreis Buckingham und steht dem Unterhaus seit zehn Jahren vor. Dass er „Speaker“ des Hauses wurde, verdankte er dabei in erster Linie nicht seinen Parteifreunden, sondern einem komplizierten Wahlverfahren und der Labour Party, der er trotz seiner Mitgliedschaft bei den Tories in der Ära Blair und Brown politisch nahe gerückt war. So nah, dass gelegentlich schon über einen Parteiwechsel spekuliert wurde.

          Zuletzt wurde er 2017 im Amt bestätigt. Angesichts der zahlreichen aufsehenerregenden Sitzungen des britischen Parlaments rund um einen EU-Austritt des Landes wurde Bercow in den vergangenen Monaten weltweit bekannt. Besonderes Aufsehen erregte Bercow im März, als er mit einer Regel aus dem 17. Jahrhundert die Brexit-Strategie der früheren Premierministerin Theresa May zu Fall brachte.

          Bercow legte in seiner Amtszeit die üblicherweise wenig bedeutungsvolle Rolle des Parlamentspräsidenten weit aus. Er sagte am Montag: „Während meiner Zeit als Sprecher habe ich versucht, die relative Autorität dieses Parlaments zu erhöhen, wofür ich mich absolut bei niemandem, nirgendwo, zu keiner Zeit entschuldigen werde.“ Die Funktion sei für ihn „das größte Privileg und die größte Ehre seines Berufslebens“ gewesen. Er werde dafür ewig dankbar sein.

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