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Versorgungsengpässe befürchtet : Britische Armee in Brexit-Alarmbereitschaft

Britische Soldaten in den Niederlanden Bild: EPA

Angst vor Ausschreitungen und Engpässen: Für den Fall eines chaotischen EU-Austritts im Frühjahr hält die britische Regierung 3500 Soldaten bereit.

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          Großbritannien forciert die Notfallvorbereitungen für den Brexit. Das Verteidigungsministerium in London kündigte an, 3500 Soldaten bereitzuhalten, um die Folgen eines befürchteten chaotischen EU-Austritts im Frühjahr bewältigen zu können. Mögliche schwere Störungen im Güterhandel könnten nach Einschätzung von Fachleuten zu Versorgungsengpässen auf der Insel führen. Es werden auch gewalttätige Ausschreitungen befürchtet, wenn etwa Lebensmittel und Medikamente knapp werden sollten.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Kabinett von Premierministerin Theresa May beschloss außerdem, 140.000 britische Unternehmen anzuschreiben und sie darüber zu informieren wie sie sich auf einen ungeordneten Brexit vorbereiten können. Erwogen wird offenbar auch Transportkapazitäten auf Fährschiffen zu buchen, um die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten sicherzustellen. Brexit-Minister Stephen Barclay sagte die Vorbereitungen auf einen No-Deal-Brexit müssten nun „eine sehr viel größere Priorität in den Unternehmen sein“ als bisher. Die Regierung werde viel umfangreicher als bisher über notwendige Maßnahmen informieren.

          Brexit-Ungewissheit macht Unternehmen zu schaffen

          Fachleute warnen allerdings schon seit längerem, dass es für viele Unternehmen bereits zu spät sei, um sich ausreichend vorzubereiten. So müssten im Falle eines ungeordneten Austritts unter anderem zahlreiche Unternehmen in Großbritannien erstmals Zollformalitäten erfüllen. Auch die britischen Häfen sind einem Bericht des Parlaments zufolge schlecht vorbereitet. Als Termin für den EU-Austritt ist der 29. März 2019 vorgesehen. Es ist noch immer unklar, ob ein ungeordneter Brexit vermieden werden kann. In diesem Fall müssten womöglich am Ärmelkanal über Nacht Zollkontrollen für den Handel mit der EU wiedereingeführt werden.

          Die Brexit-Ungewissheit macht den Unternehmen auf der Insel schon jetzt zu schaffen. Die britischen Handelskammern rechnen damit, dass die Investitionen der Betriebe 2018 um 0,6 Prozent gesunken sind. Nächstes Jahr sei nur mit einem leichten Wachstum von 0,1 Prozent zu rechnen. Die Prognose basiert auf der Annahme, dass der befürchtete No-Deal-Brexit verhindert werden kann. Ansonsten sei mit einer sehr viel schlechteren Wirtschaftsentwicklung zu rechnen.

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