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Brexit-Streit : Schrecken ohne Ende

Ein offenbar zum Größenwahn neigender Spielertyp: Boris Johnson Bild: AP

Boris Johnson und kein Halten mehr: Der narzisstische, offenbar zum Größenwahn neigende Premierminister in London – charakterlich ein Spielertyp – stürzt sein Land noch tiefer in die Brexit-Krise. Wie konnte es bloß so weit kommen?

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          Das muss man sich einmal vorstellen: Ein früherer (konservativer) Generalstaatsanwalt spricht davon, dass dem amtierenden (konservativen) Premierminister das Gefängnis drohe. So groß sind die Zweifel, dass Boris Johnson, nach entsprechenden nebulösen Andeutungen, sich an ein Gesetz halten wird, das ihm nicht passt. Und das Gesetz, dessen Entwurf am Freitag auch das Oberhaus zugestimmt hat, passt ihm nun wirklich nicht. Es soll ihm nämlich einen Austritt aus der EU ohne Abkommen untersagen und gleichzeitig dazu verpflichten, eine Verlängerung der Austrittsfrist in Brüssel zu beantragen. Johnson aber hält das allenfalls für eine „theoretische“ Verpflichtung. Er würde bekanntlich lieber tot im Graben liegen, als eine Verlängerung zu beantragen. Folglich die Zweifel an seiner Rechtsstaatstreue. So weit ist es nun schon gekommen.

          Aber so kommt es eben, wenn Leuten wie einem narzisstischen, offenkundig zum Größenwahn neigenden Spielertypen wie Boris Johnson, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, die Geschicke eines Landes anvertraut werden. 92.000 Parteimitglieder der Konservativen haben ihn auf den Schild gehoben, weil er der radikalste Bewerber um die Nachfolge Theresa Mays als Parteichef und damit als Premierminister war: Austritt aus der EU ohne Wenn und Aber, mit oder ohne Abkommen – am besten ohne. Welche Folgen das hat; ob das Unterhaus womöglich anderer Meinung ist – egal.

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