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Brexit – und jetzt? : Das Chaos ordnen

  • -Aktualisiert am

Rule Britannia? Last Night of the Proms im September 2014. Bild: EPA

Vor hundert Jahren war die Welt nicht weniger fragmentiert als heute – doch damals fehlte es nicht an einer Staatsutopie. Eine Erinnerung an H. G. Wells’ „Outline of History“.

          13 Min.

          Nahezu einhundert Bücher hat Herbert George Wells geschrieben, bekannt ist der britische Schriftsteller (1866–1946) nur noch für jenes halbe Dutzend Werke, die auf Science-Fiction und Zukunftsvisionen gegründet waren. Sein wirkmächtigstes, „The Outline of History“, erschien 1920, vor hundert Jahren. Wenn dieses Werk aktuell in der angelsächsischen Welt eine Renaissance erfährt, dann nicht nur deswegen, weil Wells wie kaum ein anderer seiner Generation Kontroversen heraufbeschworen und politische Meinungsführerschaft beansprucht hatte. Hinzu kommt, dass das krisengeschüttelte Großbritannien einer Welle der kritischen Auseinandersetzung mit seiner kolonialen Vergangenheit ausgesetzt ist. Und mit dem Blick auf die Zeit nach dem Brexit sucht es auch noch nach einem neuen Ort in der Weltgesellschaft des 21. Jahrhunderts.

          Gewissermaßen als Kehrseite dieser Suchbewegung verschafft sich in London, Bristol, Edinburgh und vielen anderen Städten eine Bewegung Gehör, die Sklaverei und den Sklavenhandel, wovon das Empire massiv profitierte, endlich stärker in die öffentliche Diskussion stellen möchte. Die Debatte „Rhodes Must Fall“, die zwischen Oxford und Kapstadt geführt wird, stellt den Wert von Stipendien in Frage, deren Namensgeber ein erbarmungsloser Profiteur des Empires war und in dessen Diamantenminen Kontraktarbeiter unter elenden Bedingungen arbeiteten.

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