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Britische Regierung : Höherer Mindestlohn soll Brexit mildern

  • Aktualisiert am

Die britische Regierung will Geringverdiener vor der Inflation schützen. Bild: AFP

Der Brexit zieht das Pfund nach unten – und macht Einkäufe für die Briten teurer. Um Geringverdienern zu helfen, plant die britische Regierung aber nicht nur mit einem höheren Mindestlohn.

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          Die britische Regierung will die Brexit-Folgen für Geringverdiener auch abmildern, indem sie den gesetzlichen Mindestlohns im Vereinigten Königreich anhebt. Finanzminister Philip Hammond wird nach Angaben seines Büros an diesem Mittwoch während der mit Spannung erwarteten ersten detaillierten Darlegung der Wirtschaftspläne der neuen Regierung um Premierministerin Theresa May bekanntgeben, dass der Mindestlohn um 30 Pence auf 7,50 Pfund (8,75 Euro) pro Stunde steigt.

          Zudem sollen Menschen mit geringen Einkommen in der Besteuerung etwas besser gestellt werden als zuletzt geplant. Damit sollen die Folgen der steigenden Teuerung im Land abgefedert werden. Durch den in den vergangenen zwölf Monaten deutlich gefallen Kurs der britischen Währung hat sich die Inflation etwas beschleunigt.

          Mehr Schulden

          Schließlich wolle die Regierung ein rund 1,6 Milliarden Pfund umfassendes Programm auflegen, um den Bau von 40.000 erschwinglichen Wohnungen zu fördern. Die Abgaben, die infolge eines Immobilienkaufs fällig werden, sollen gesenkt werden.

          Hammond wird den Angaben seines Ministeriums zufolge überdies die Linie vertreten, dass der beste Weg zur Anhebung des Lebensstandards eine starke Haushaltsdisziplin und die Steigerung der geringen Produktivität ist. Sein Vorgänger George Osborne hat das Haushaltsdefizit seit dem Jahr 2010 von zehn auf vier Prozent gedrückt gemessen an der Wirtschaftsleistung. Er plante für das Jahr 2020 einen Überschuss.

          Dieses Ziel hat Hammond gekippt. Ökonomen gehen davon aus, dass die Regierung vor allem wegen der Brexit-Folgen in den kommenden fünf Jahren etwa 100 Milliarden Pfund mehr an neuen Krediten aufnehmen wird als noch im März gedacht.

          Premierministerin May hatte erst am Montag angekündigt, die Steuern für Unternehmen im Land deutlich zu senken und damit Firmen im Land zu halten, deren Führungen über einen Standortwechsel nachdenken, wenn Britannien aus der EU austritt. Schon damit würden dem britischen Staat entsprechende Mittel fehlen. Gerade die britische Wirtschaft fürchtet Nachteile durch den Brexit.

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