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Brexit-Folge : Weniger Europäer wollen in Britannien arbeiten

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Demonstranten sind im März auf die Straße gegangen für den National Health Service, den Kern des britischen Gesundheitssystems. Bild: AP

Britische Unternehmen finden schwerer neue Mitarbeiter aus anderen EU-Ländern, geht aus einer Untersuchung hervor. Besonders zwei Branchen sind betroffen.

          Britischen Unternehmen stehen wegen des anstehenden Austritts aus der Europäischen Union offenbar immer weniger Arbeitskräfte aus der EU zur Verfügung. Betroffen seien insbesondere die Lebensmittelbranche und das Gesundheitswesen, teilte der Branchenverband Recruitment and Employment Confederation (REC) an diesem Dienstag mit, der eine entsprechende Erhebung durchgeführt hat.

          „Die Pfund-Schwäche und die Unsicherheit über zukünftige Einwanderungsgesetze schreckt einige EU-Bürger davon ab, in Großbritannien Stellen anzunehmen“, erklärte REC-Chef Kevin Green. Allgemein stünden britischen Unternehmen für ihre offenen Stellen so wenige Arbeitskräfte zur Verfügung wie seit 16 Monaten nicht mehr.

          Betroffen vom EU-Austritt ist auch die wichtige britische Finanzbranche. Immer mehr Banken und Fondsgesellschaften planen, Personal von der Themse nach Kontinentaleuropa zu verlegen. Dazu zählt nun auch Japans zweitgrößter Wertpapierhändler Daiwa Securities. Wenn es um die künftige Heimat der Arbeitsplätze gehe, sei Frankfurt der Favorit, sagte Daiwa-Chef Seiji
           Nakata. Schließlich habe das Brokerhaus am Main bereits seine Sparte Investmentbanking angesiedelt. „Es geht um Dutzende Arbeitsplätze, möglicherweise inklusive Management, und das kann ohne viel Zeit oder Kosten umgesetzt werden.“

          Eine Entscheidung werde wohl Mitte Juni getroffen - kurz davor werden die Briten ein neues Unterhaus gewählt haben. Daiwa werde aber auch nach dem Brexit Mitarbeiter in London haben. Auf eine genaue Zahl wollte sich Nakata nicht festlegen. Das Unternehmen hat etwa 450 Beschäftigte in Großbritannien.

          Nach dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens brauchen in London ansässige Finanzinstitute eine eigene Gesellschaft mit Banklizenz in einem
          EU-Land, um ihre Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedstaaten vertreiben zu dürfen. Für  Frankfurt sprechen die stabile deutsche Wirtschaft und die gute Infrastruktur. Hinzu kommt, dass die Europäische Zentralbank dort ihren Sitz hat. Finanzmanager, Bankenaufseher und Standortvermarkter gehen davon aus, dass auch die fünf amerikanischen Geldhäuser Goldman Sachs, JP Morgan, Morgan Stanley, Citigroup und Bank of America Geschäfte an den Main verschieben werden.

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