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Kritik an Brexit-Plänen : May bedauert Austritt von drei Tory-Abgeordneten

  • Aktualisiert am

Premierministerin Theresa May am Mittwochmorgen in London Bild: EPA

Eine weitere Pleite für Premierministerin May in ihrer eigenen Partei. Mit ihr schmilzt die Zustimmung zu ihrer Politik im Unterhaus weiter.

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          Drei EU-freundliche Politikerinnen haben die regierende Konservative Partei in Großbritannien verlassen und sich der neuen „Unabhängigen Gruppe“ im Parlament angeschlossen. Dabei handelt es sich um Heidi Allen, Sarah Wollaston und Anna Soubry.

          Premierministerin Theresa May bedauerte den Austritt. Die drei Abgeordneten hätten sich in der Partei jahrelang engagiert, sie danke ihnen dafür. Unter ihrer Führung werde die Partei aber „an einer vernünftigen, moderaten und patriotischen Politik festhalten“, sagte sie in London. Der Brexit sei „das Richtige für Großbritannien“.

          Als Erklärung für ihren Austritt schrieben Soubry, Allen und Wollaston, der Streit um den Brexit habe die Partei verändert und „alle Bemühungen um ihre Modernisierung zunichte gemacht“. Die konservative Partei sei „nach rechts gerutscht“. Viele Parteimitglieder hätten das nicht nur toleriert, sondern auch begrüßt. „Der desaströse Umgang mit dem Brexit“ sei für sie der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe, schrieben sie in einen Brief an May. Es habe keine „aufrichtige Anstrengungen“ gegeben, um einen Konsens zu finden.

          Die Tories verfügten zuvor schon über keine Mehrheit im Unterhaus mehr, sondern waren bereits auf die Stimmen der zehn Abgeordneten der nordirischen protestantischen DUP angewiesen. Mit dem Austritt der drei Abgeordneten sitzen noch 313 konservative Abgeordnete von insgesamt 650 Parlamentariern im Unterhaus. Am Montag hatte sich die „Unabhängigen Gruppe“ aus acht Abgeordneten der oppositionellen Labour-Partei gebildet. Die drei Abtrünnigen Tories kündigten an, sich dieser Gruppe ebenfalls anschließen zu wollen, schrieben aber auch, dass es Zeiten geben werde, in denen sie die Regierung unterstützen würden.

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