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Brexit : Die Jungen sind selber schuld

  • -Aktualisiert am

Die Alten hätten ihnen mit ihrem Brexit-Votum die Zukunft verbaut, klagen die jüngeren Briten. Doch das stimmt nicht. Sie haben sich die Suppe selbst eingebrockt.

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          Nach dem Votum der Briten ist das Gejammer bei den EU-Befürwortern groß, es gibt sogar schon Unterschriftenlisten, auf denen eine neue Abstimmung gefordert wird. Besonders die jüngeren Generationen beschweren sich, dass die Älteren ihnen die Zukunft verbaut habe, obwohl sie die Folgen der Entscheidung nicht mehr so lange tragen müssen.

          Sowohl die Erhebungen vor den Wahlen als auch Befragungen nach der Abstimmung haben gezeigt, dass die unter 45 Jahre alten Wähler deutlich für einen Verbleib des Vereinten Königreichs in der EU votiert haben, während die Älteren dagegen stimmten, und zwar mit umso größerer Wahrscheinlichkeit, je älter sie waren.

          Doch die Zahlen zeigen auch, dass die Jüngeren sich die Suppe eigentlich selbst eingebrockt haben. Nach dem Zensus des Jahres 2011 machen sie rund 45 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung aus, die älteren rund 55 Prozent. Wie Nachwahlbefragungen von Lord Ashcroft zeigen, sind von den bis 45 Jahre alten Wahlberechtigten aber nur rund 35 Prozent zu den Urnen gegangen, also rund zehn Prozent weniger als ihr Anteil an der Bevölkerung ausmacht.

          Ein mündiger Bürger muss sich informieren

          Das vielfach geäußerte Argument, dass besonders die jungen Leute nicht wählen konnten, weil sich nicht an ihrem Wohnsitz arbeiten und es an einem Arbeitstag nicht ins Wahllokal geschafft hätten, ist nicht stichhaltig. Sie hätten schließlich per Brief wählen können, denn dass der Tag des Referendums ein Arbeitstag sein würde, hat sich nicht erst über Nacht herausgestellt. Auch Vorwürfe an die Wahlkampagne für den Verbleib in der EU, sie habe die Jugend nicht genügend mobilisiert, springen zu kurz. Von einem mündigen Bürger darf man nicht nur erwarten, dass er sich selbst in politischen Dingen informiert, nein: Man muss es sogar von ihm verlangen.

          Immer wieder war am Tag des Referendums zu hören, dies sei die wichtigste politische Entscheidung im Leben der Briten. Ein großer Teil der jüngeren Generationen scheint anderer Ansicht gewesen zu sein. Wenn sie sich nun beschweren, ist das wohlfeil, denn sie hätten das Ergebnis, das mit 52 zu 48 Prozent sehr knapp ausgefallen ist, ganz einfach zu ihren Gunsten beeinflussen können.

          Sie hätten einfach nur von ihrem Recht zu wählen Gebrauch machen müssen.

          Oliver Kühn
          Redakteur in der Politik.

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