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Brexit : Britischer Verkehrsminister nach Fiasko um Fähren-Vertrag unter Druck

  • Aktualisiert am

Verkehrsminister Chris Grayling Bild: EPA

Die Brexit-Vorbereitung ging gründlich schief: Chris Graylings Ministerium vergab einen Auftrag für Fährfahrten freihändig an einen Essenslieferanten. Jetzt bleibt die Regierung wohl auf Millionenkosten sitzen.

          In Großbritannien mehren sich die Rufe nach einem Rücktritt von Verkehrsminister Chris Grayling, dessen Vorbereitungen auf einen harten Brexit in einem finanziellen Fiasko endeten. Um ein logistisches Chaos auf dem Seeweg bei einem abrupten EU-Austritt zu vermeiden, hatte das Ministerium vorsorglich für 14 Millionen Pfund (16,2 Millionen Euro) zusätzliche Fähren gechartert. Das lief aber gehörig schief, denn den Zuschlag erhielt eine Firma, die gar nicht in der Branche tätig war: ein Essenslieferant. Wie der Sender „Sky News“ meldete, hat die Regierung alle Verträge für zusätzliche Fähren storniert. Teilweise werde der Staat nun auf den Kosten sitzenbleiben.

          Minister Grayling wurde nun zur Zielscheibe des Spotts: Zeitungen machten ein Wortspiel aus seinem Namen und verballhornten ihn als „Failing Grayling“ (auf deutsch etwa: „Fehlzünder Grayling“). Der verkehrspolitische Sprecher der Labour-Opposition, Andy McDonald, nannte den Minister ein Fallbeispiel für Inkompetenz: „Dieses Land kann sich Chris Grayling nicht leisten.“

          Aus Regierungskreisen verlautete, dass der Staat auf Kosten von etwa 50 Millionen Pfund sitzenbleiben könnte. Zahlen muss er auch an den Betreiber des Eurotunnels, der sich bei dem geheim ausgehandelten Vertrag übergangen fühlte und erfolgreich gegen die freihändige Auftragsvergabe klagte. Kostenpunkt allein dafür: 33 Millionen Pfund. Auch der Fährenbetreiber P&O erwägt nun, den Rechtsweg zu beschreiten.

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