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Brexit-Vorstoß : Warum Boris Johnsons Plan für Irland nicht funktioniert

Protest gegen neue Grenzbefestigungen zwischen der Republik Irland und Nordirland Bild: AP

Der britische Premierminister will den Norden aus der Zollunion mit dem Süden herauslösen. Damit zieht er eine neue Grenze in Irland. Das gefährdet die Existenz vieler Landwirte – und den mühsam errungenen Frieden.

          9 Min.

          Wer in Deutschland einen Cheeseburger bestellt, beißt fast immer in Schmelzkäse aus Irland. Diese Scheibe Käse ist ein irisches Gemeinschaftsprodukt. Die Milch wird im Norden der Insel gemolken. Im Süden werden daraus große Käseblöcke gefertigt. Die werden dann in einer Fabrik im Norden in Scheiben geschnitten, bevor sie wiederum im Süden abgepackt und von dort exportiert werden. Eine schöne Fertigungskette. Aber nur, solange es auf der irischen Insel keine echte Grenze gibt.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Der britische Premierminister will jetzt eine solche Grenze ziehen. Zwar sollen sämtliche Agrarprodukte und Industriegüter auf der Insel weiter den europäischen Regeln für Produktsicherheit unterliegen – dann müssen Einfuhren im Hafen von Belfast nach den gleichen Standards geprüft werden wie im Hafen von Dublin. Doch beim Zoll soll es anders laufen. Die Iren im Süden bleiben im Binnenmarkt und in der Europäischen Zollunion. Aber die Nordiren bilden eine neue Zollunion mit den Briten. Dann gibt es zwei Zollgebiete – mit einer Grenze dazwischen.

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