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Brexit-Folgen : Johnson plädiert für Gelassenheit

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Boris Johnson bleibt im Angesichts seines Erfolgs im Referendum gelassen. Bild: AFP

Ein Austritt aus der EU habe kaum negative Folgen, sagt der frühere Londoner Bürgermeister. Ganz im Gegenteil, es ändere sich eigentlich kaum etwas, und wenn dann nur zum Positiven.

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          Der Brexit-Wortführer Boris Johnson sieht nach dem Votum der Briten keine Eile für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Zugleich wies er in seiner Kolumne für den „Daily Telegraph“ am Montag die Warnungen vor negativen Folgen eines Austritts als überzogen zurück und betonte, dass die Veränderungen geringer seien würden, als von den Gegnern behauptet.

          Die Gefahr einer Abspaltung Schottlands sieht Johnson demnach nicht. „Die einzige Veränderung – und die wird nicht mit großer Eile kommen – ist, dass das Vereinigte Königreich sich aus dem außergewöhnlichen und undurchschaubaren System der Gesetzgebung der EU herauszieht“, schrieb Johnson.

          Für die Briten in Europa und die Europäer in Großbritannien werde sich kaum etwas ändern. „Die Briten werden weiter in die EU zum Arbeiten gehen können; zum Leben, zum Reisen, zum Studieren, um Häuser zu kaufen und sich niederzulassen.“

          Es werde weiter eine intensive Zusammenarbeit mit Europa in den Künsten, den Wissenschaften und beim Umweltschutz geben, versicherte Johnson. Zugleich rief er britische Befürworter des Brexit auf, nach den Debatten vor dem Referendum „Brücken zu bauen“ zu denjenigen, die dagegen gestimmt hatten. Es sei klar, dass einige „Bestürzung, Verlust und Verwirrung“ empfänden. Das „Klima der Sorge“ sei aber auf „völlig übertriebene“ Warnungen vor negativen Konsequenzen des Brexit zurückzuführen.

          Obwohl die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon angekündigt hat, ein abermaliges Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands anzustreben, sieht Johnson keine Gefahr. „Wir hatten ein Schottland-Referendum 2014 und ich erkenne keine echte Lust auf ein weiteres in Kürze“, schrieb Johnson. Während 52 Prozent der Briten für den EU-Austritt gestimmt hatten, votierten 62 Prozent der Schotten für den Verbleib und sehen sich nun gegen ihren Willen aus der EU getrieben.

          Der britische Finanzminister George Osborne hat Forderungen nach raschen Austrittsverhandlungen Großbritannien mit der EU eine Absage erteilt. Formelle Verhandlungen sollten nicht beginnen, bevor ein neuer Premierminister im Amt sei und „eine klare Sicht davon da ist, welches neue Abkommen wir mit unseren europäischen Partnern suchen“, sagte Osborne bei einer Rede am Montag.

          Verhandlungen über einen Austritt könnten demnach frühestens im Oktober stattfinden, da Premierminister David Cameron noch drei Monate im Amt bleiben will. Führende EU-Politiker hatten gefordert, Großbritannien müsse so schnell wie möglich seine Austrittsabsichten gegenüber der EU erklären. Damit würde Artikel 50 des Vertrags von Lissabon in Anwendung kommen und eine Zwei-Jahres-Frist für die Austrittsverhandlungen beginnen.

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