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Boris Johnson : Alles andere als irrwitzig

Boris Johnson ist eine sehr englische Version des modernen Volkstribuns. Bild: EPA

Der neu gewählte Tory-Vorsitzende und künftige Premierminister Boris Johnson ist nicht „mad“. Verrückt ist nur die Lage des Landes – drei Jahre nach dem Brexit-Referendum.

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          Fällt nun das nächste westliche Land an einen „Populisten“? Viele sehen Boris Johnson in einer Linie mit Trump in Amerika, Salvini in Italien und Orbán in Ungarn. Gemeinsamkeiten lassen sich nicht leugnen: von der harschen Kritik an der EU über die Begabung, mit „dem Volk“ zu kommunizieren, bis hin zur Lust, sich über die Standards politischer Korrektheit zu erheben. Auch die Sorge, zuweilen ist es Hysterie, mit der Johnsons Gegner auf dessen Aufstieg reagieren, erinnert an die aufgeladene Polarität in „populistisch“ regierten Ländern. Einige sollen sogar versucht haben, die Queen von der Ernennung abzubringen.

          Aber Johnson ist eine sehr englische Version des modernen Volkstribuns. Ihn einen „Rassisten“ zu nennen, wie der irische Publizist Fintan O’Toole, ist ein bisschen plump. Johnson gehört zweifellos dem Teil der Oberschicht an, welche die eigene Nation für die Krönung der Zivilisation hält. Das könnte einen neuen, irritierenden Ton in die Brexit-Verhandlungen tragen. Aber Johnson ist kein engstirniger „Little-Englander“. Dafür verehrt er das Bild des polyglotten Briten zu sehr und auch die Idee des Freihandels. Migration sieht er als Gewinn, nicht als Bedrohung.

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