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Vor Trumps Staatsbesuch : Bolton: Großbritannien soll die EU verlassen

  • Aktualisiert am

Trumps Sicherheitsberater John Bolton weiß offenbar, wie Großbritannien wieder zur Weltmacht wird. Bild: dpa

Donald Trump kommt diese Woche zum Staatsbesuch nach Großbritannien. Sein Sicherheitsberater John Bolton wirbt für einen schnellen Brexit. Dann würde das Land wieder zur Weltmacht.

          Kurz vor dem Staatsbesuch von Präsident Donald Trump in Großbritannien hat dessen Nationaler Sicherheitsberater, John Bolton, noch einmal eindringlich für den Brexit geworben und die Vorteile für beide Seiten herausgestellt. „Die Präferenz der Vereinigten Staaten ist, dass Großbritannien den vom Volk gewünschten Kurs folgt und die EU verlässt“, sagte er der britischen Zeitung „The Telegraph“. Trump wolle mit dem neuen britischen Premierminister ein Handelsabkommen abschließen, das für beide Seiten Vorteile bringe und London von den regulatorischen Einschränkungen in Beziehung zur Europäischen Union befreie.

          Der amerikanische Präsident wird in der kommenden Woche zu einem – hoch umstrittenen – Staatsbesuch in Großbritannien erwartet. In der vergangenen Woche hatte er die beiden Brexit-Hardliner Boris Johnson und Nigel Farage in höchsten Tönen gelobt. Nach einem monatelangen Machtkampf rund um den Brexit hatte Premierministerin Theresa May vor einigen Tagen ihren Rücktritt angekündigt. Johnson brachte sich umgehend als möglicher Nachfolger in Stellung und drohte mit einem EU-Austritt ohne Abkommen. Den Parteivorsitz will May am 7. Juni abgeben, bis Ende Juli soll ihr Nachfolger als Parteichef und Premierminister feststehen.

          Bolton bezeichnete das Ergebnis des Referendums von 2016 als „Triumph der Demokratie“. „Und wenn die Beschäftigung mit dem Brexit endlich gelöst ist, gibt es keine Obergrenze für den Einfluss, den Großbritannien weltweit haben kann.“ Bolton fügte hinzu: „Ich denke, es wird uns besonders in der Nato helfen, effektiver zu sein, und das ist ein Plus.“ Der Brexit biete Großbritannien die Chance, ein „starkes und unabhängiges Land“ zu werden. „Aus unserer Sicht besteht die Rolle Großbritanniens nicht nur darin, eine europäische Macht zu sein. Großbritannien ist eine Weltmacht.“ Generell sähen die Amerikaner die Beziehung zu den Briten als die wichtigste an, die sie hätten.

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          Unterdessen hat Trump sich für den ehemalige britischen Außenminister Boris Johnson als künftigen Premierminister ausgesprochen. „Ich glaube, Boris würde sehr gute Arbeit machen. Ich glaube, er würde hervorragend sein“, sagte Trump am Freitag der britischen Boulevardzeitung „The Sun“.

          Trump schaltete sich damit kurz vor seinem Staatsbesuch in Großbritannien in die Debatte um die Nachfolge der scheidenden Premierministerin Theresa May ein. Der amerikanische Präsident reist von Montag bis Mittwoch nach London, wo er auch May treffen wird.

          Im Juli 2018 war Trump bereits zu einem Arbeitsbesuch in Großbritannien gewesen. Damals düpierte er die britische Premierministerin May mit einem Interview der Boulevardzeitung „Sun“, in dem er May vorwarf, seine Ratschläge bezüglich des EU-Austritts ignoriert zu haben.

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